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Wintereinbruch im Mai

5 maggio 2019, 26 Commenti
Temi: Tempo

Die meisten werden ihre Wintersportgeräte schon im Keller verstaut und stattdessen Fahrräder und Wassersportgeräte bereit gestellt haben. Letztes Jahr wäre man damit gut gefahren. Bei warmen Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad hätte man davon Gebrauch machen können. Ganz anders dieses Jahr! Die Wintersaison 2018/2019 hat einen langen Atem und bescherte uns an diesem 5. Mai nochmals verbreitet Schnee bis in tiefe Lagen. Wo wieviel Schnee fiel erfahren Sie im heutigen Blog. Ausserdem zeigen wir auf, wie häufig oder eher selten solche Maischneefälle sind.

Obstbaumast in Blüte mit Schnee im Dorf Hirzel (Foto: D. Gerstgrasser)
Obstbaumast in Blüte mit Schnee im Dorf Hirzel (Foto: D. Gerstgrasser)

Wetterlage

Visione ingrandita: Bodendruckanalyse des DWDs von heute Mittag.
Bodendruckanalyse des DWDs von heute Mittag.
Deutscher Wetterdienst (DWD)

Ein Tief über Skandinavien lenkte gestern eine aktive Kaltfront zur Schweiz. In der Folge entwickelte sich über dem Golf von Genua ein Tiefdruckgebiet und führte die feuchtkalte Luft mit südöstlichen Höhenwinden erneut zum Alpenraum. Auf der Alpennordseite floss mit nördlichen Winden kalte Polarluft ein.

Um die Herkunft der eingeflossenen Luftmasse zu eruieren, eignet sich die Berechnung der Rückwärtstrajektorien. Schaut man sich diese in der Grafik an, fällt auf, dass die Luft auf 2000 und 3000 Meter über Grund vor einer Woche noch über dem Nordpol lag.

Schneemengen heute Morgen

Visione ingrandita: Die Grafik zeigt den Verlauf der Schneefallgrenze an den Stationen St. Gallen, Bern / Zollikofen, Zürich / Kloten und Chur. Gut zu sehen, dass in Chur die Schneefallgrenze erst gegen Mitternacht (UTC) in tiefe Lagen sinkt. Ausserdem stieg sie im Laufe des Vormittags an allen Stationen wieder leicht an.
Die Grafik zeigt den Verlauf der Schneefallgrenze an den Stationen St. Gallen, Bern / Zollikofen, Zürich / Kloten und Chur. Gut zu sehen, dass in Chur die Schneefallgrenze erst gegen Mitternacht (UTC) in tiefe Lagen sinkt. Ausserdem stieg sie im Laufe des Vormittags an allen Stationen wieder leicht an.
MeteoSchweiz

Hinter der Kaltfront, welche die Schweiz gestern Abend erfasste, sank die Schneefallgrenze rasch bis in die Niederungen ab. Das Ganze spielte sich in den inneren Alpentälern etwas verzögert ab. Während der Nacht gab es am Alpennordhang wiederholt, im Flachland zeitweise Niederschläge. Die Neuschneemessungen heute Morgen zeigten das Ausmass dieses Mai-Schneefalls. Insgesamt sind von Samstagnachmittag bis Sonntagmittag dem Alpennordhang entlang oberhalb von 700 Metern 15 bis 30 cm Neuschnee gefallen. In den Niederungen wurden im gleichen Zeitraum 1 bis 5 cm Neuschnee gemessen. Die Schwerpunkte der Niederschläge lagen dabei vor allem zwischen dem zentralen und östlichen Alpennordhang. So erwachte St. Gallen heute Morgen unter einer Schneedecke von fast 20 cm, ähnliche Mengen lagen im Emmental. Auch einige Flachlandstationen, besonders im zentralen Mittelland vermeldeten ein paar Zentimeter Neuschnee. So etwa Bern / Zollikofen mit 4 cm und Burgdorf bei Bern mit 5 cm.

Wie häufig sind Mai-Schneefälle?

Schneefälle bis in die Niederungen im Mai sind sehr aussergewöhnlich. In Bern beispielweise lagen heute Morgen 4 cm Schnee. Taucht man in die Statistik dieser Messstation ein, muss man lange zurückblättern bis man einen Schneefall zu solch einem späten Zeitpunkt antrifft. Genauer gesagt, bis ins Jahr 1945. Damals ereignete sich am 1. Mai ein ähnliches Ereignis. Mit der heutigen Schneemessung fiel dementsprechend der späteste letzte Schnee seit 1931. Mehr zum Thema Schnee im Frühling erfahren Sie hier.

Bildergalerie zum aktuellen Schneeereignis

Nordwind im Tessin

Die eingeflossene Kaltluft sorgte auf der Alpennordseite für einen markanten Druckanstieg. Dadurch entstand ein Druckgefälle zwischen Alpennord- und Südseite von etwas über 15 hPa. Auf der Alpensüdseite kam stürmischer Nordwind auf. Dabei wurden in den Tälern der Alpensüdseite 70 bis 95 km/h gemessen. In den Gipfellagen der Alpensüdseite wurden bis 125 km/h registriert, in den Zentralalpen 90 bis 115 km/h. Trotzdem lag über dem Tessin am Vormittag eine ausgedehnte Wolkendecke. Vorantwortlich dafür war das Tiefdruckgebiet über dem Golf von Genua, welche viel Feuchtigkeit an den südlichen Alpenkamm führte. Erst mit der südwärts Verlagerung des Tiefs liess der Feuchtetransport langsam nach, und es konnte noch ein sonniger Nachmittag bei 14 bis 17 Grad genossen werden.

Weitere Wetterphänomene des heutigen Tages

Visione ingrandita: Graupelschauer über Luzern heute Nachmittag
Graupelschauer über Luzern heute Nachmittag
Foto: E. Müller

Klar, Hauptakteure des heutigen Wetters waren die Schneefälle auf der Alpennordseite sowie der Nordwind im Tessin. Daneben war das übrige Wetter nicht weniger spannend und abwechslungsreich. Dieses jetzt aber im Detail zu erklären würde den Rahmen sprengen. Darum hier die Kurzfassung:

In der eingeflossenen Polarluft konnten sich im Tagesverlauf einige Schauer bilden. Die intensiveren darunter hatten auch Graupel mit im Gepäck. Richtung Westen konnte sich auch die Sonne immer länger in Szene setzen. Am längsten schien sie in Nyon mit knapp 10 Stunden. Dazu gabs in der Westschweiz eine mässige bis starke Bise. Die Temperaturhöchstwerte lagen auf der Alpennordseite bei 5 bis 10 Grad.

Commenti (26)

  1. M. Metz, 6.05.2019, 17:12

    24 4.1976 gab's nochmals Schnee, danach kam ein Hitzesommer (soviel ich mich erinnere) Lässt sich das für 2019 auch voraussagen?

    1. MeteoSvizzera, 6.05.2019, 18:00

      Richtig, am Morgen vom 25.4.1976 wurde vielerorts im Mittelland Neuschnee gemessen. Danach war vor allem der Frühsommer ausgesprochen warm und trocken, es herrschte mancherorts Dürre. Später Frühlingsschnee hat jedoch nichts mit dem darauffolgenden Sommer zu tun. Drei Jahre später das Gegenbeispiel; 1979 fiel gar erst Anfang Mai Schnee und der Sommer war sogar für die damalige Zeit zu kalt.

  2. Michael Schreiber, 6.05.2019, 15:34

    Nur eine kurze Frage: wann wird es ENDLICH warm und ich kann mit Verspätung meinem Garten beplanzen? Wann ist fertig mit Winter oder gibt es dieses Jahr überhaupt Sommer?

    1. Wolfgang, 6.05.2019, 17:20

      Mit derlei Fragen wäre ich vorsichtig. Ich habe gestern vom User “Basler” schon die rote Karte bekommen. Zu Wärme, Sonne usw. werde ich mich nicht mehr äußern.

  3. Daniel Zürcher, 6.05.2019, 11:44

    Seit Tagen sprechen Sie von einem ausgedehnten Hochdruckgebiet mit über durchschnittlichen Temperaturen. Nun wenn kommt das nun jetzt wirklich? Zuerst hieß es zum Muttertag, nun ist es schon wieder später. Also bis nächsten Montag bleibt es unbeständig und kühl.
    Sind das hier die berühmten Eisheiligen, oder kommen die dann auch noch?
    Besten Dank. Schönen Tag.

    1. MeteoSvizzera, 6.05.2019, 12:38

      Kommende Woche liegen wir am Rande eines Hochs mit Zentrum über der Nordsee in einer Bisenströmung. Somit wird es zwar beständiger, aber weiterhin eher kühl bleiben.

      Infos zu den Eisheiligen finden Sie hier:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/altweibersommer-eisheilige-und-andere-spezialitaeten/die-eisheiligen.html

    2. Lars, 6.05.2019, 13:16

      Kann Meteoschweiz vorhersagen, ob es nach dem Eisheiligen endlich mal warm (20-35°C) wird. Kälte hatten wir jetzt definitiv lange genug.

  4. Peter Bernet, 6.05.2019, 09:55

    Diesmal haben wir in der Nordostschweiz Glück gehabt;
    eine schützende Wolkenschicht hat uns vor dem Frost bewahrt.
    Aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die nächste Nacht
    steht uns noch bevor, und wir können nur hoffen!

  5. Daniel Moser, 6.05.2019, 08:16

    Liebe Profi Metereologen, ich weiß nicht wie seriös Sie Ihre Wetteranalysen der letzten Jahrzehnte betreiben und damit die Öffentlichkeit beeinflussen. Fakt ist betreffend Maischneefälle: der 1. Mai 1945 war nicht der letzte messbare Schnee in Bern. Gerne sende ich Ihnen auf Verlangen Fotos vom Mai 1976 aus Bern-Bümpliz wo damals mindestens 4cm Schnee lagen.Gemessen ca.5km Luftlinie von der damaligen Offiziellen Berner Meteo Meßstation Bern-Liebefeld. Freundliche Grüsse und bitte in allem immer schön bei der Wahrheit bleiben. Ich bange übrigens zum 2. mal um all mein Obst ob es den Frosr überlebt innerhalb von 2 Jahren ! D.Moser Grosaffoltern

    1. MeteoSvizzera, 6.05.2019, 10:40

      Die Schneemessreihe Bern weist für das Frühjahr 1976 den letzten messbaren Neuschnee am 24. April mit 1 cm aus. Am Tag zuvor waren es 7 cm Neuschnee. Auch am Messstandort Fribourg fiel im Frühjahr 1976 der letzte messbare Neuschnee am 24. April mit 2 cm. Ebenso registrierte der Messstandort Delémont im Frühjahr 1976 den letzten messbaren Neuschnee am 24. April mit 9 cm. Am Messstandort Zürich fiel im Frühjahr 1976 der letzte messbare Neuschnee ebenfalls am 24. April mit 3 cm. Selbst am höher gelegenen Messstandort St. Gallen fiel im Frühjahr 1976 der letzte messbare Neuschnee nur einen Tag später, nämlich am 25. April mit 1 cm. Die Messdaten zum letzten messbaren Neuschnee im Frühjahr 1976 zeigen also eine sehr gute Übereinstimmung. In den damals gedruckten schriftlichen Aufzeichnungen (Annalen der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt 1976) zum Jahresablauf 1976 gibt es keinen Hinweis auf Neuschnee im Mai 1976 bis in tiefe Lagen.
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/monats-und-jahresrueckblick/das-schweizer-wetterarchiv.html

    2. Daniel Moser, 6.05.2019, 13:44

      Danke für Ihre ausgiebige Antwort. Es ist möglich das sich meine Mutter im Datum ihres Fotoalbums um 1, 2 Jahre geirrt hat; Aber die Fotos sind 100% aus den siebziger Jahren. Nicht 1945 ... also ist auch für Sie eine genauere Recherche noch möglich ? Auch wenn das jetzt nur ein Ereigniss ist; bei der aktuellen Panikmache weil sich das Klima halt tatsächlich ändert, ist die genaue Information doppelt wichtig. Aber um Frau BR Simonetta Sommaruga anlässlich ihrer Teilnahme an einer Klimakonferenz 2019 in Nairobi in Ihrem Statement zum Geoingieunering in unserer Atmosphäre zu zitieren: Wir wissen nicht was wir tun ! Nun denn, schauen wir mal, was uns das Wetter und der menschliche, technische Eingriff in der Atmosphäre noch bringt.

  6. D. Huber, 6.05.2019, 05:16

    Sie schreiben von eingeflossener Kaltluft, die den Druck markant erhöht hat. Kann man allgemein davon ausgehen, dass die schwerere Kaltluft aufgrund ihres "Gewichts" einen Druckanstieg zur Folge hat, oder ist einfach die Abtrocknung für diesen verantwortlich?

    1. MeteoSvizzera, 6.05.2019, 07:44

      Wenn man nur das Gewicht der Luftsäule in Betracht zieht, dann ist das so. Die beschriebene Nord-Süd-Druckdifferenz wurde aber noch zusätzlich durch die Bildung des Tiefs über Norditalien (=starker Druckfall südlich der Alpen) erhöht.

  7. Sandra S., 5.05.2019, 23:52

    Die berühmt berüchtigte „Klimaerwärmung“ – natürlich menschengemacht!

    1. Rolf, 6.05.2019, 06:07

      Schön haben wir 2019, wo Wetter immer noch mit Klima verwechselt wird!

    2. F. Rast, 6.05.2019, 09:48

      Einfach unverständlich dass es heute noch Klimawandel-Zweifler gibt - gerade in der Schweiz sollten wir es besser wissen. Aber es beginnt halt schon beim Erkennen des Unterschiedes zwischen Klima und Wetter.

    3. Lars, 6.05.2019, 13:19

      Wo bitte soll es immer wärmer werden?
      Ich merke nichts davon.

    4. Annemie, 6.05.2019, 13:44

      Klimaschutz gilt auch für die Kommunikation unter Wetter-und Klima-Interessierten, also bitte anständig bleiben😉

    5. Joss, 6.05.2019, 18:26

      Ein Kritiker ist jemand, der sich profund mit einer Materie auseinander setzt und ein Kenner derselben ist. Ein Lügner ist jemand, der sich über die Wissenschaftlichkeit hinweg setzt und in religiös angehauchtem Eifer, ohne stichhaltige Argumente, Tatsachen negiert.

  8. Halley, 5.05.2019, 23:28

    Wenn im Tessin auf den Gipfeln Nordwind mit bis zu 125 km/ h tobte - wieso kann das Genuatief dann feuchte Luft von Süden gegen die Alpen drücken und für eine Wolkendecke sorgen ?

    1. MeteoSvizzera, 6.05.2019, 01:43

      Dies hat damit zu tun, dass der Nordwind zunächst nur unterhalb von ca. 3000 Metern wehte. Darüber herrschte noch südlicher Wind. Erst im Laufe des Tages, mit der langsamen Südostverlagerung des Genuatiefs, drehte der Wind auch in den höheren Lagen auf Nord bis Nordost. Eine solche Konstellation wird auch Gegenstromlage genannt.

  9. Haefner Martin, 5.05.2019, 22:27

    Korrektur: gemeint war der 28.5.1961 (am Tage des spätesten Schneefalls in Zürich)

    1. MeteoSvizzera, 5.05.2019, 23:30

      Am Morgen des 28. Mai 1961 wurden in Zürich-Fluntern 1 cm Neuschnee = Gesamtschneehöhe gemessen.

  10. Haefner Martin, 5.05.2019, 22:25

    Wieviele Zentimeter Neuschnee wurden am 31.5.1961 in Zürich gemessen?

  11. J. Müller, 5.05.2019, 22:01

    Da kann etwas nicht stimmen. Anfang Juni 1978 war ich in Emmen bei Luzern im Militär, da hatte es dort sogar im Juni ca. 15 cm Schnee

    1. MeteoSvizzera, 6.05.2019, 10:47

      Die nahe gelegene Messstation Luzern registrierte den bisher spätesten Neuschnee am 5. Mai 1957. Es waren 2 cm. Für das Jahr 1978 weisen die Luzerner Aufzeichnungen den spätesten Neuschnee am 21. März mit 1 cm aus. Im Juni 1978 zeigen die Temperatur-Messungen von Luzern eine absolute Tiefsttemperatur von 5.3 Grad. Laut dem Jahrbuch 1978 der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt lag im Juni 1978 die tiefste Schneefallgrenze bei rund 1000 müM.