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Windiger Maitag

9 maggio 2019, 12 Commenti
Temi: Tempo

Der Wind war das hauptsächliche Wetterelement des heutigen Tages - zumindest an den Voralpen, im Flachland und am Jura. Wir schauen uns aber natürlich auch die anderen Parameter an und müssen zum Schluss auch noch über den Schnee reden…

Der starke Wind sorgte in Luzern heute für Westföhn. Foto: E. Müller
Der starke Wind sorgte in Luzern heute für Westföhn. Foto: E. Müller

Wetterlage

Visione ingrandita: Bodenanalyse mit Fronten von heute Mittag. Das für uns relevante Randtief ist mit einem roten Pfeil gekennzeichnet.
Bodenanalyse mit Fronten von heute Mittag. Das für uns relevante Randtief ist mit einem roten Pfeil gekennzeichnet.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, DWD

Ein umfangreiches Tief über der Nordsee war heute für unser Wetter verantwortlich. Genaugenommen war es eigentlich ein Randtief, das sich von der Bretagne über Nordfrankreich nach Mitteldeutschland verlagerte, das uns den windigen Tag bescherte.

Der Weg des Tiefdruckgebietes

Das Randtief ist bereits am Ende seiner Lebensdauer angelangt (s. Bodenanalyse oben). Bis vor kurzem war es aber eine eindrückliche Erscheinung, wie der Satellitenfilm über die vergangenen 24 Stunden zeigt:

Visione ingrandita: Verlauf der Schneefallgrenze anhand der Messungen des Windprofilers in Grenchen. Regentropfen haben die höhere Fallgeschwindigkeit als Schneeflocken. Beim Übergang von den tiefen zu den höheren Fallgeschwindigkeiten befindet sich die Schneefallgrenze.
Verlauf der Schneefallgrenze anhand der Messungen des Windprofilers in Grenchen. Regentropfen haben die höhere Fallgeschwindigkeit als Schneeflocken. Beim Übergang von den tiefen zu den höheren Fallgeschwindigkeiten befindet sich die Schneefallgrenze.

Auf der Vorderseite des Tiefs wurde gestern einerseits eine kräftige Föhnströmung ausgelöst, andererseits gelangte aber auch sehr feuchte Meeresluft zur Alpennordseite.

Im Warmsektor des Tiefs fiel gestern Nachmittag und Abend schauerartig verstärkter Niederschlag, welcher im Laufe der Nacht mit dem Durchgang der Kaltfront beendet wurde. Dabei ist die Schneefallgrenze von 2000 auf etwa 1400 Meter gesunken.

Windig und gebietsweise Schauer...

Wie eingangs beschrieben, war heute der Wind der Hauptdarsteller im Wettertheater. Dies gilt allerdings nur für die Alpennordseite. Inneralpin und auf der Alpensüdseite herrschten deutlich ruhigere Verhältnisse.

Mit der tageszeitlichen Erwärmung wurde der kräftige Höhenwind zunehmend auch in die tiefen Lagen hinuntergemischt. In den leicht erhöhten und für Westwind exponierten Lagen wurden Böenspitzen bis 100 km/h gemessen, so beispielsweise in Rünenberg (BL), 611 m. Im eigentlichen Flachland lagen die Böenspitzen verbreitet bei 60 bis 80, lokal knapp 90 km/h.

Visione ingrandita: Windspitzen in km/h von heute an den Stationen von MeteoSchweiz.
Windspitzen in km/h von heute an den Stationen von MeteoSchweiz.

...aber auch Sonne

Visione ingrandita: Sonnige Phase am Flughafen Zürich-Kloten.
Sonnige Phase am Flughafen Zürich-Kloten.
Foto: A. Hostettler

Zwischen den Schauerzellen gab es vor allem in der Zentral- und Ostschweiz immer wieder grosszügige Wolkenlücken. Bis zum Redaktionsschluss um 17 Uhr wurden hier immerhin 3 bis 6 Sonnenstunden aufgezeichnet. Am sonnigsten war es heute aber eindeutig auf der Alpensüdseite und - mit ein paar Abstrichen - in weiten Teilen von Graubünden. So schien die Sonne in der Magadinoebene immerhin 10 Stunden.

Schneelage 2017/18 vs. 2018/19

Zuletzt müssen wir noch über den Schnee reden. Der letzte Winter war ja in den Bergen ausgesprochen schneereich, dies gilt auch für das vorletzte Winterhalbjahr. Trotzdem liegt aktuell sehr viel mehr Schnee in den Bergen als vor einem Jahr. Dies hat vor allem mit der unterschiedlichen Witterung im April und bisher im Mai zu tun.

Visione ingrandita: Verlauf der Schneehöhe auf den Messfeldern unterhalb vom Weissfluhjoch (blaue Kurven) und in Arosa (rote Kurven). Die strichlierten Linien repräsentieren die Messwerte der Wintersaison 2017/18, die durchgezogenen Linien jene der aktuellen Wintersaison. Die graue vertikale Linie markiert den 1. April. Weitere Erklärungen im Text. Das Hintergrundbild (Arosa, 15. Januar 2019) stammt übrigens vom Tag mit der grössten Schneehöhe in diesem Winter (205 cm).
Verlauf der Schneehöhe auf den Messfeldern unterhalb vom Weissfluhjoch (blaue Kurven) und in Arosa (rote Kurven). Die strichlierten Linien repräsentieren die Messwerte der Wintersaison 2017/18, die durchgezogenen Linien jene der aktuellen Wintersaison. Die graue vertikale Linie markiert den 1. April. Weitere Erklärungen im Text. Das Hintergrundbild (Arosa, 15. Januar 2019) stammt übrigens vom Tag mit der grössten Schneehöhe in diesem Winter (205 cm).
Daten: SLF und MeteoSchweiz

Vor einem Jahr startete per Anfang April eine ausgesprochen warme und trockene Phase, die mit nur kurzen Unterbrüchen bis in den Herbst hinein anhielt. Die Wärme sorgte in den Bergen im Frühjahr für eine ungewöhnlich rasche und nachhaltige Schneeschmelze.

Ganz anders in diesem Jahr: im April und im Mai ereigneten sich wiederholt Kaltlufteinbrüche, welche Neuschnee brachten. Zudem liegen die Temperaturen seit dem 26. April durchwegs und teils massiv unter dem langjährigen Durchschnitt.

So wurde heute Morgen in Arosa noch eine Schneehöhe von 98 cm gemessen, während vor Jahresfrist das Messfeld bereits am 3. Mai ausaperte. Und dies obwohl Anfang April in beiden Jahren praktisch gleich viel Schnee lag.

Der nächste Schnee kommt bestimmt…

Und noch ist nicht fertig mit der kühlen Witterungsperiode, ganz im Gegenteil. Etwa bis Mitte Mai dürften sich die Temperaturen noch unter dem langjährigen Durchschnitt bewegen.

Mit dem nächsten Kaltlufteinbruch folgt am Wochenende auch die nächste Ladung Schnee in den Bergen. Aktuell erwarten wir am Alpennordhang und im nördlichen Graubünden oberhalb von rund 1500 Metern am Wochenende erneut 20 bis 40, lokal bis 50 cm Neuschnee.

Commenti (12)

  1. MeteoSvizzera, 14.05.2019, 11:39

    Positive und negative Temperatur-Anomalien, das heisst Regionen mit überdurchschnittlicher und unterdurchschnittlicher Temperatur, sind auf der Erde zu jedem Zeitpunkt feststellbar. In den letzten Jahrzehnten hatten die positiven Anomalien insgesamt offensichtlich mehr Einfluss auf die globale Temperatur, was zur allgemein bekannten globalen Erwärmung führte. Es muss aber nicht zwingend sein, dass die positiven Anomalien zu jedem Zeitpunkt überwiegen.

  2. Halley, 10.05.2019, 18:29

    2013 haute es in Westösterreich oberhalb der Waldgrenze im Juni nochmal knapp 1 m Neuschnee hin, und ich machte zwei Tage vorm astronomischem Sommerbeginn meine letzte Skitour. Schön, da kann ich dieses Jahr im Mai schitourmäßig noch mal einen drauf machen.

  3. MeteoSvizzera, 10.05.2019, 13:30

    Im globalen Mittel war es im Mai bisher 0.6 Grad wärmer als in der Referenz-Periode 1981-2010. Tatsächlich war es in weiten Teilen Nordamerikas sowie in Teilen Ostasiens bis jetzt kälter als in der obengenannten Referenz-Periode. In Nordafrika dagegen war es deutlich wärmer.
    Damit wird die Diskussion in diesem Thread geschlossen.

  4. Herbert, 10.05.2019, 12:41

    @Hubert Humpe
    Fake News? Gemaess Wetteronline.de ist es bisher im Mai praktisch in ganz Nordamerika bis hinunter nach Mexiko, in weiten Teilen Asiens und in Nordafrika zu kalt. Leiden vielleicht Sie an selektiver Wahrnehmung?

  5. Doris, 9.05.2019, 21:50

    Herrlich, endlich mal seit Jahren noch keine Hitzewellen. Und Regen ist dringend nötig zum aufholen vom Letzten Jahr........ Ich hoffe auf einen Sommer wo es wieder mal regnet...... Für die Natur,die Umwelt und für mich!

    1. Beatrice, 10.05.2019, 01:17

      Bin voll und ganz mit dir,liebe Doris!
      Ich persönlich bin auch noch ein absoluter Fan vom Wind!💨

  6. Herbert, 9.05.2019, 21:41

    Passt alles wunderbar zu den alarmistischen Artikeln der letzten Wochen von seiten der Klima-Fraktion von Meteoschweiz. Kaum war einer zu der angeblichen Abnahme des Fruehlingsschnees anhand des Beispiels von Bosco/Gurin erschienen, fiel dort Anfang April ueber ein Meter Neuschnee. Etwas spaeter wurde dieselbe Message anhand von Arosa und WFJ wiederholt.
    Und siehe da: Es ist alles ganz anders. Wie waere es mit etwas weniger Alarmismus? Dies wuerde die Glaubwuerdigkeit von Meteoschweiz erhoehen.

    1. Hubert Humpe, 10.05.2019, 00:36

      Der Herbert wird der geneigten Leserschaft sicher auch erklären, weshalb die seit x Monaten erste zu kühle Witterungsepisode mit Schnee den anthropogen verursachten Klimawandel widerlegen soll. Wetter hält sich im Einzelfall nicht an den Mittelwert, mal ist es zu kühl, mal zu warm - normalerweise. Wenn aber praktisch nur noch zu warme Monate auftreten, dann ist das „es scheint im April so viel und ist im Mai zu kühl“-Triumphgeheul bei erstbester Gelegenheit wohl nur mit selektiver Wahrnehmung erklärbar. Darüber hinaus ist es aktuell auf der Nordhalbkugel praktisch nur über Europa zu warm - sonst und im nordhemisphärischen Mittel werden weit überdurchschnittliche Temperaturen registriert...

    2. Büttener, 10.05.2019, 06:21

      Es ist ja nur örtlich (hier in der CH) aktuell zu kalt. Die weil, so wie ich es verstehe, sehr kalte Polarluft zu uns ströhmt. Das heisst dann aber auch, dass irgenwo sehr warme Luft in die Polarregion gesogen wird und es dort wiederum zu warm ist. Gemäss Klimaerwärmung (Theorie) müsste es im schnitt über alle Messstationen der Welt auch in diesem Moment zu warm sein. Kann das jemand bestätigen?

    3. MeteoSvizzera, 14.05.2019, 12:24

      Positive und negative Temperatur-Anomalien, das heisst Regionen mit überdurchschnittlicher und unterdurchschnittlicher Temperatur, sind auf der Erde zu jedem Zeitpunkt feststellbar. In den letzten Jahrzehnten hatten die positiven Anomalien insgesamt offensichtlich mehr Einfluss auf die globale Temperatur, was zur allgemein bekannten globalen Erwärmung führte. Es muss aber nicht zwingend sein, dass die positiven Anomalien zu jedem Zeitpunkt überwiegen.

  7. Silvan, 9.05.2019, 21:21

    In der Abbildung mit dem Verlauf der Schneefallgrenze sind positive und negative "Fall"-geschwindigkeiten zu sehen. Bedeutet die positive Geschwindigkeit, dass da Niederschlag aufsteigt?

    1. MeteoSvizzera, 10.05.2019, 07:42

      Niederschlag ist nur bei den blauen oder grünen Farben vorhanden, ansonsten ist es trocken. Demnach könnte es sich bei den positiven Werten um schwache Aufwinde handeln.