Ambito dei contenuti

Veränderlich mit Schauern

3 maggio 2019, 1 Commento
Temi: Tempo

In einer labil geschichteten Luft bildeten sich heute immer wieder Schauerzellen, dies vermehrt dem Jura und den Voralpen entlang sowie in der Nordostschweiz. Vor allem am Nachmittag lockerte sich die Bewölkung verbreitet auf. Die Temperaturen verharrten im frischen Bereich, einzig im sonnigeren Süden erreichten sie die 20-Grad-Marke.

Auch vom Bantiger bei Bern aus liess sich heute das veränderliche Wetter gut beobachten. Bild: www.roundshot.com
Auch vom Bantiger bei Bern aus liess sich heute das veränderliche Wetter gut beobachten. Bild: www.roundshot.com

Nordwestliche Strömung

Zwischen einem umfangreichen Tief mit Kern im Grenzbereich zwischen Finnland und Russland und einem Hochdruckgebiet mit Zentrum bei Grönland und Island lagder Alpenraum heute im Einflussbereich einer schwachen bis mässigen Strömung aus vorwiegend nordwestlicher Richtung. Darin eingelagert erreichte unterschiedlich feuchte Luft die Schweiz. Diese staute sich dem Jura und den Alpen entlang. Die Alpensüdseite lag im Lee der Alpen.

 

Sich abschwächende Gewitterfront

Bevor wir einen Blick auf das heutige Wetter werfen, noch ein kurzer Rückblick auf den gestrigen Abend. Nachdem am Donnerstagnachmittag eine Kaltfront in einer ersten Staffel zwar mit auffrischendem Wind, aber ohne nennenswerten Niederschlag die Alpennordseite überquerte, folgte am frühen Abend eine zweite Staffel, die von Gewittern begleitet war.

Die nachfolgenden Bildersequenz zeigt, wie die Blitzaktivität (farbige Signaturen) während der Verlagerung nach Osten unterschiedlich stark ausgeprägt war und kurz nach Zürich aufhörte. Auch die Alpensüdseite war von einer Gewitterlinie betroffen. In Zahlenform ist die Niederschlagsmenge der jeweils vergangenen Stunde aufgeführt. Die weiss/grauen Flächen markieren die Bewölkung. Mit Einbruch der Dunkelheit ist diese nicht mehr ersichtlich.

 

Durchzug von Gewittern am Vorabend

Abkühlung auf heute

Anhand der Ballonsondierung in Payerne lässt sich die Abkühlung von gestern auf heute schön verdeutlichen. Die dicke, grüne Linie zeigt das in der Nacht auf gestern gemessene Temperaturprofil, die schwarze Linie jenes der Nacht auf heute. Besonders markant ist die Abkühlung in den unteren Luftschichten (bis zu 7 Grad).

 

Schauer in der labilen Luft

Das obige Temperaturprofil zeigt zudem, dass die Luft nicht nur labil geschichtet war, sondern auch viel Feuchte enthielt. Dort, wie die Temperaturkurve (schwarze, ausgezogene Linie) und die Taupunktskurve (schwarze, gestrichelte Linie) sich treffen, ist die Luft sogar gesättigt. Die Labilität und die Feuchte bewirkten, dass sich immer wieder Schauerzellen bildeten. Dort, wo die labile Feuchtluft durch die Topografie zusätzlich angehoben wurde, namentlich an der windzugewandten Seite der Gebirge, d.h. bei der heute vorgeherrschten nordwestlichen Anströmung am Juranordfuss sowie am Alpennordhang bildeten sich vermehrt Schauer.

 

Süden im Schutze der Alpen

Die Alpensüdseite verharrte weitgehend im Schutze der Alpen. Der auf heute sich aufgebaute Nordüberdruck von bis zu 6 hPa bewirkte einen schwachen bis mässigen Nordföhn, der zeitweise bis in die Tessiner Täler reichte und die Luft abtrocknete. Da der Nordwind nicht bis ins südliche Tessin vordrang, bildete sich hier in der von der Poebene stammenden Gewitterluft eine mächtige Gewitterzelle, die sich im Lauf des Nachmittags mit Blitz, Donner sowie Regenschauer und möglicherweise auch etwas Hagel entlud.

Wie nachfolgende Grafik zeigt, gab es in den innern Alpen sowie in den Bünder Südtälern auch recht viel Sonnenschein.

 

Hurra, es regnet

Die kommenden Tage werden sehr regnerisch. Für viele Menschen ist das schlechtes Wetter. Betrachten wir die letzten 13. Monate in der Schweiz, wird jedoch jeder Regentag zum Freudentag. Seit dem April 2018 fehlt nördlich der Alpen die Regenmenge von rund drei Monaten.  Nur ganz wenige Gebiete der Schweiz erhielten durchschnittliche oder etwas überdurchschnittliche Niederschlagsmengen, wie die nachfolgende Niederschlagskarte zeigt.

 

Die aktuelle Regenarmut ist auf der Alpennordseite ein anhaltendes Phänomen. Niederschlagsarme Monate sind im letzten und bisher auch in diesem Jahr vielerorts deutlich in der Überzahl. Am Messstandort Bern-Zollikofen brachte seit dem Beginn der grossen Trockenheit im April 2018 nur gerade ein Monat wirklich reichlich Niederschlag. Auf der Alpensüdseite lieferten vor allem der Oktober und November des vergangenen Jahres viel Niederschlag. Seiher ist Regen auf der Alpensüdseite regional wieder Mangelware.

 

Commenti (1)

  1. Urs Imhof, 4.05.2019, 17:20

    Das mit dem Regen Mittwoch und Donnerstag dürft ihr gerne korrigieren.
    Vor einsetzen des Regens im Bezirk Zurzach im Aargau wird der Flugverkehr erhöht und folglich sinkt die Niederschlagsmenge.