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Nebliger Vormittag, sonniger Nachmittag

30 maggio 2019
Temi: Tempo

Zu Beginn des Auffahrtswochenendes und der ersten sommerlichen Witterungsphase präsentierte sich das Wetter am Vormittag nochmals von seiner herbstlichen Seite. Nach einem nebligen Morgen wurde es jedoch fast in der ganzen Schweiz vorwiegend sonnig. Nur eine Region hatte das Nachsehen, nämlich das Bündnerland. Mit rund 20 Grad lagen die Temperaturen im Norden allerdings vorerst noch nicht im sommerlichen Bereich. Im Tessin reichte es mit schwachem Nordwind für knapp 26 Grad.

Im Engadin wie hier in Zuoz hatte es zeitweise etwas mehr Bewölkung. Dennoch gab es rund vier Stunden Sonnenschein. Foto: Joël Fisler
Im Engadin wie hier in Zuoz hatte es zeitweise etwas mehr Bewölkung. Dennoch gab es rund vier Stunden Sonnenschein. Foto: Joël Fisler

Zunehmender Hochdruckeinfluss

Auf heute dehnte sich ein Hochdruckgebiet vom nahen Atlantik bis zum Alpenraum aus und sorgte für eine Abtrocknung der Luftmasse. Mit meist schwachen nördlichen Winden gelangte zudem bereits etwas mildere Luft zur Schweiz. Die nördliche Höhenströmung war allerdings auch dafür verantwortlich, dass im Laufe des Nachmittags aus Nordwesten einige Wolkenfelder einer Warmfront über Nordeuropa zur Alpennordseite abgeschwemmt wurden.

Herbstlicher Vormittag

Der Monat Mai war bis anhin ganz nach dem Gusto derjenigen, welche eher kühles Wetter bevorzugen. Mit dem für die Jahreszeit doch ungewohnt flächendeckenden und hartnäckigen Nebel konnten sich die Liebhaber der kalten Jahreszeit ein letztes Mal daran erfreuen, bevor uns ab dem Wochenende eine erste sommerliche Witterungsperiode bevorsteht.

Der Nebel bedeckte am Morgen beinahe das gesamte Mittelland der Deutschschweiz und erstreckte sich vom Bodensee bis fast ins Berner Seeland. Aufgrund der teils kräftigen Regenschauer gestern Nachmittag, blieb am Abend viel Restfeuchtigkeit zurück und es konnten sich während der Nacht relativ schnell die ersten Nebelfelder bilden.

Am frühen Morgen lag die Nebelobergrenze noch eher tief, so dass die Mittellandhügel das Nebelmeer überragten. Mit dem Sonnenaufgang und der kräftigen Maisonne stieg die Nebelobergrenze im Laufe des Morgens an, wodurch sich auch die höchsten Hügel bald in der Nebelsuppe befanden.

 In der Animation ist erkennbar, wie die aufgehende Sonne die Thermik zuerst an den nach Südosten gerichteten Berghängen in Gang bringt und sich erste Quellwolken bilden. Das Nebelmeer löst sich in der Folge allmählich auf, in dem randlich an den Berghängen die Feuchtigkeit durch die aufsteigende Luft entzogen wird. Möglicherweise trug leichtes Absinken und die damit verbundene Abtrocknung der Luft zusätzlich dazu bei, dass sich die Bewölkung zuerst in der Talmitte auflöste. Bilder: Roundshot Webcam Brienzer Rothorn, Bergbahnen Sörenberg

Der Nebel zeigte sich in der Folge äusserst hartnäckig. Üblicherweise ist der Monat Mai einerseits nicht für ausgedehnten Morgennebel bekannt und andererseits löst sich dieser in der Regel relativ rasch auf.

Wenn man die Nebelklimatologie am Flughafen Zürich zur Rate zieht, dann zeigt sich sogar, dass sowohl der Nebelbeginn (Zeitpunkt, an dem die Sichtweite unter 1000 Meter fällt) um 01:20 Uhr, als auch die vollständige Nebelauflösung gegen 11 Uhr zum jeweils frühesten beziehungsweise spätesten Termin stattfand. Der heutige Nebel hat demnach für die Jahreszeit so ziemlich das Maximum seiner Lebensdauer herausgeholt.

Danach übernahm jedoch endgültig die Sonne das Zepter, wobei nicht ganz überall. Eine Region war heute nämlich benachteiligt. Während an den meisten Orten bis Redaktionsschluss rund 7 bis fast 12 Stunden Sonnenschein gemessen wurden, gab es in Teilen Graubündens bloss etwa 2 Stunden. Der Grund dafür lag darin, dass der zunehmende Hochdruckeinfluss die Luftmasse im östlichen Alpenraum noch nicht vollständig abzutrocknen vermochte und deshalb in Graubünden noch relativ viel Feuchtigkeit zurückblieb. Am Morgen hatte es deshalb noch ausgedehnte Restbewölkung.

Die Restbewölkung lockerte sich im Laufe des Vormittags zwar auf, doch führte die durch das Hochdruckgebiet stärker werdende Inversion dazu, dass sich Ausbreitungen bildeten. Mit anderen Worten stiessen sich die vertikal anwachsenden Quellwolken an der Inversion den Kopf an und wuchsen deshalb in die Breite. Die vorübergehend sonnige Phase war darum nur von kurzer Dauer.

In den übrigen Regionen war es mit einigen flachen Quellwolken meist sonnig. Die Temperatur erreichte am Nachmittag im Flachland der Alpennordseite rund 20 Grad, im Wallis knapp 25 Grad und im Tessin mit nach wie vor schwachem Nordwind einen Sommertag mit knapp 26 Grad.

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