MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

30. Januar 2007 / Stephan Bader, Thomas Schlegel

 

Extrem warmer Januar 2007

 

Obwohl der Januar eher winterlich zu Ende ging, zeigte er über die ganze Schweiz betrachtet die höchsten je gemessenen Monatsmitteltemperaturen. Somit setzte sich die Folge extremer Temperatur-Ereignisse aus dem Jahr 2006 auch über die Jahreswende 2006/2007 hinweg fort.

 

Grafik: Die Temperaturreihe der Schweiz setzt sich aus 12 repräsentativen Messreihen zusammen.
Homogene Messreihen der Schweiz

 

In den letzten zwei Jahren zeigte sich der Januar hingegen von seiner winterlich-kalten Seite. Die Monatsmitteltemperaturen lagen unter der Norm und kleinere Flachlandseen luden mit ihrer Eisdecke zum Schlittschuhlaufen ein. In den Jahren zuvor war eine Tendenz zu abnehmenden Januar-Monatsmitteltemperaturen feststellbar. Insgesamt zeigt der Januar hingegen seit Mitte der 1970er Jahre ein eindeutiges Signal Richtung höheren Monatsmitteltemperaturen.

Der aktuelle Januar-Wärmeüberschuss war besonders ausgeprägt in der Nord- und Nordostschweiz sowie in der Südschweiz. Neue Januarrekorde wurden insbesondere bei den Flachlandstationen Basel, Bern, Zürich und Lugano verzeichnet. In der Höhe war die Wärme weniger ungewöhnlich. So wurden die Januar-Monatsmitteltemperaturen von 2007 auf dem Säntis bisher 13 Mal überboten.

 

Tabelle Januartemperaturen 12 Messreihen

Woher die Wärme kam

Typisch für warme Januarverhältnisse im Flachland sind lebhafte West- und Südwestlagen. Dies war auch im Januar 2007 der Fall. Ab Jahresbeginn wurden mit fortgesetzt starken bis stürmischen Winden warme Luftmassen aus dem subtropischen Atlantik nach Europa geführt. Vor allem während des starken Weststurms Kyrill (18./19. Januar 2007) wurden in der Nord- und Nordostschweiz sehr hohe Tagesmitteltemperaturen verzeichnet, wie sie üblicherweise Ende April anfangs Mai auftreten. Ausgelöst durch die gleiche Sturmphase erlebte die Südschweiz heftigen Nordföhn mit frühsommerlichen Tagesmaxima von 23 bis 24 Grad.

Starker Weststurm bringt hohe Temperaturen.

 

Später Schnee - früher Heuschnupfen

Die bereits den ganzen bisherigen Winter anhaltende Wärme bis in grössere Höhen bewirkte eine ausgeprägte Schneearmut. Im Flachland der Alpennordseite bildete sich die erste winterliche Schneedecke ungewöhnlich spät, in Zürich erstmals in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar. In der Zürcher Messreihe seit 1931 sind erst zwei Jahre mit späterer ersten Schneedecke bekannt: 30. Januar 1988; 12. Februar 1990.

Nach dem warmen Dezember wurden schon vereinzelte Haselpollen in der ersten Januarwoche gemessen; mehrere Tage mit starken Belastungen traten ab dem 14. Januar auf. Die Haselblüte 2007 gehört zu den frühesten seit dem Messbeginn Anfang der Achtziger Jahre. Schon frühere Blühbeginne wurden in den Jahren 1994 und 2003 gemessen, und die Jahre 1993, 1998, 1999 waren ähnlich früh. Was den Januar 2007 aber aussergewöhnlich machte, waren die grossen Pollenmengen in der Luft und das sehr frühe Auftreten von 5 bis 12 aufeinander folgenden Tagen mit mindestens mässigem Pollenflug. Neben Erkältungsschnupfen musste deshalb im Januar 2007 auch mit Heuschnupfen gerechnet werden.

 

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