Aktuelle Verbreitungslage am 27. Mai morgens
Gemäss dem Isländischen Wetterdienst hat sich gegenüber gestern kaum etwas verändert. Die Aktivität des Vulkans hat sich stark reduziert, und ist von einer kontinuierlich gleichmässigen in eine pulsierende Aktivität übergangen. Zudem besteht das eruptive Material vorwiegend aus Wasserdampf. Somit gilt es die Verbreitung und entsprechende Ausdünnung der jetzt noch in der Atmosphäre vorhanden Aschewolke zu verfolgen.
Die letzten Berechnungen des VAAC London zeigen heute um 08 Uhr MESZ 4 Arme mit schwach erhöhter Aschekonzentration in den unteren Schichten bis 6000 m/M (Flight Level 200). Eine Zone erstreckt sich vom Nordmeer nach Franz Josefsland (80°N). Ein weiterer Ast reicht vom Norden Islands über die Südhälfte Grönlands bis nach Kanada. Ein dritter Ast erstreckt sich von Nordskandinavien nach Tschechien und ein vierter von Ostisland nach Südosten über die Britischen Inseln bis nach Brest. In Höhen über 6000 m/M bis hinauf nach 10000m/M sind die Zonen nur leicht verschoben. In der Stratosphäre wird eine Wolke berechnet, welche im Norden Islands liegt, und von Grönland bis zu den Britischen Inseln reicht. Die Berechnungen bis heute Abend zeigen, dass diese oberste Wolke sich von den Britischen Inseln etwas ostwärts über die Nordsee verschiebt und sich nach Süden bis zum Alpenraum ausweitet.
Abb. 1: Berechnung der Aschewolkenverbreitung des VAAC London. Die mit Farben umrandeten Flächen zeigen die Regionen mit erhöhter Aschekonzentration zwischen Boden (SFC) und 16.8 km Höhe (FL550)
Link zu VAAC Londongross.png, 177 KBErwartete Entwicklung bis am Samstag, 28. Mai 02 Uhr
Gemäss den Berechnungen des VAAC London nimmt die Konzentration der Asche kontinuierlich ab. Allerdings zieht in der Nacht auf Samstag der südlichste Ausläufer der Wolke mit einer Konzentration von weniger als 2000 Microgramm/Kubikmeter in der Stratosphäre zwischen FL350 und FL550 über die Alpen südostwärts.
Trend für die kommenden Tage
Wenn kein weiterer Aschenachschub aus dem Vulkan tritt, wird die noch vorhandene Asche weiter ausgedünnt. Gemäss der weiteren Wetterentwicklung werden die Aschepartikel im Westwindband in etwa 60 Grad nördlicher Breite nach Osten verfrachtet.
Abb. 2: Konzentration der Asche oberhalb 10000 Metern Höhe am 27. Mai um 20 Uhr. (Modelldaten des Britischen Wetterdienstes).
gross.png, 198 KBMessung der Aschepartikel über der Schweiz
Die MeteoSchweiz betreibt in Payerne ein Fernerkundungssystem genannt Lidar, das fähig ist, Aschepartikel zu erkennen. Dieses System hat sich bei der Erkennung der Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull vor gut einem Jahr sehr bewährt. Wie erwartet, werden gegenwärtig keine Aschepartikel des Vulkans Grimsvötn über Payerne registriert.
Abb. 3: Messungen des Fernerkundungssystems Lidar in Payerne vom 26. Mai 8:00h bis 27. Mai 08:00h.
gross.png, 69 KBHiermit wird auf eine weitere tägliche Aktualisierung der Berichterstattung verzichet. Sollte sich allerdings in der weiteren Entwicklung etwas ändern, wird die Seite sofort reaktiviert.



