MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

27. Januar 2006 / Peter Albisser

 

Starkschneefälle haben südlich der Alpen eingesetzt

 

Südlich der Alpen gab es in diesem Winter bereits schon einmal ergiebige Schneefälle

Zu Beginn des vergangenen Dezembers (3.12.2005) wurden in Magadino 15 cm, in Lugano 20 cm, in Grono 31 cm, in Comprovasco 33 cm und in San Bernardino 64 cm Schnee gemessen. Die damals gemessenen Schneehöhen waren an mehreren Stationen die höchsten, die so früh im Winter seit Messbeginn registriert wurden.
In der Folge wurde diese Schneedecke sukzessive abgebaut und in tiefen Lagen verschwand sie an den meisten Orten wieder vollständig.

 

Extremwetterlage kündigte sich frühzeitig an

Am 25. Januar begann sich die Entwicklung einer Wetterlage anzubahnen, die für die Gebiete südlich der Alpen auf grosse Niederschlagsmengen hindeutete.
Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist, stiess von Finnland her Kaltluft gegen Südwesten vor. Sie führte zur Bildung eines schmalen Höhentroges. Die sich abzeichnende extreme Wetterlage bewog Meteo Locarno zur Ausgabe einer Unwetterwarnung für Behördestellen und von Unwetterinformationen für die breite Bevölkerung.

 

Höhenkarte 500 hPa vom 25.01.2006

Abbildung 1: Höhenkarte 500 hPa vom 25.1.2006, 12:00z

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Höhenkarte 500 hPa vom 26.01.2006

Abbildung 2: Höhenkarte 500 hPa vom 26.1.2006, 12:00Z

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24 Stunden später hatte sich - wie Abbildung 2 zeigt - der Höhentrog bis zum westlichen Mittelmeer vorgeschoben und gleichzeitig kam es im südlichen Teil zur Abspaltung eines recht intensiven Tiefdruckwirbels.
Die in der Höhe vorstossend Kaltluft bewirkte in den Bergen eine deutliche Abkühlung (Abbildung 3) und gleichzeitig wurde aus Südwesten zunehmend feuchte Luft gegen die Alpensüdseite geführt.

 

Temperaturverlauf Jungfraujoch

Abbildung 3: Temperaturverlauf dem Jungfraujoch (3580 m/M)

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Schneehöhen

Abbildung 4: Gemessene Schneehöhen in cm, 27.01.06 0700 h

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Als Folge der sich verstärkenden Zufuhr von feuchter Luft aus Südwesten, setzten am 26. Januar im Laufe des Tages südlich der Alpen zunehmend Niederschläge ein, die zurzeit immer noch andauern.
Bei den herrschenden Temperaturen fielen diese Niederschläge auch in tiefen Lagen in Form von Schnee. Entsprechend konnte man bereits am 27. Januar am frühen Morgen vielerorts eine recht dicke Schneedecke messen (Abbildung 4).
Die intensiven Schneefälle werden weiter andauern. Deshalb hat Locarno Monti die Unwetterwarnung am 27. Januar auf die Gefahrenstufe 3 erhöht. (Definition von Stufe 3: Ereignis tritt seltener als einmal in 3 Jahren auf. Es wird eine gefährliche Wetterentwicklung erwartet mit Wettererscheinungen von ausserordentlich grosser Intensität).

 

Welches waren die höchsten Neuschneemengen, die innert 3 Tagen bei einigen ausgewählten Wetterstationen im Tessin gefallen sind?

Um das sich abzeichnende Unwetterereignis richtig einordnen zu können, lohnt sich ein Blick in die Wetterstatistik. Nachfolgend eine Zusammenstellung von Neuschneemengen, die innert 3 Tagen bei einigen ausgewählten Wetterstationen im südlichen Alpenraum gefallen sind. Die nachfolgenden Daten stützen sich auf eine Extremwetterstatistik, die im Rahmen des EU-Projektes "meteorisk" durch das ZAMG Innsbruck erstellt worden ist.

 

Jahrhundertereignis?

Eine endgültige Bilanz über das Unwetterereignis kann zu Beginn der kommenden Woche gezogen werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

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