Bild 1: Satellitenbild (HRV-Kanal) und Druckverteilung am Mittwoch, 7. Oktober 2009 um 14 Uhr MESZ.
gross.png, 1.5 MBVon Montag 5. bis Mittwoch 7. Oktober 2009 dominierte eine südwestliche Strömungslage das Wetter im Alpenraum. Bereits am Montag und Dienstag hat sich die milde Luft bemerkbar gemacht, jedoch wurde oftmals auch Feuchtigkeit und Bewölkung zum Alpenraum geführt, so dass nicht allzu hohe Werte erreicht wurden. Am Mittwoch 7. Oktober erreichte die Warmadvektion ihr Maximum. Die Startbedingungen für hohe Temperaturen waren nahezu ideal, die Nacht war noch mehrheitlich bewölkt und so lagen die Frühtemperaturen schon bei vergleichsweise hohen 10 bis 15 Grad. Dank der sehr trockenen und warmen Luft, welche mit einer kräftigen südwestlichen Höhenströmung zur Schweiz geführt wurde und auch dank der ungehinderten Einstrahlung (Bild 1), stieg die Temperatur verbreitet auf ungewöhnlich hohe Werte. Einen gewissen Beitrag lieferten auch noch leichte Föhn- oder Leeeffekte. Nicht zuletzt stammte die ursprüngliche Luftmasse vom nahen Atlantik etwa um den 30. Breitengrad, nahe der Kanarischen Inseln und wurde über die Iberische Halbinsel zur Schweiz geführt (Bild 2). Ein Überblick über die Wetterlage vom 7. Oktober ist in Bild 3 gezeigt: ein Tief über der Biskaya führte an seiner Vorderseite die subtropische Luft zum Alpenraum.
Ein Auszug der Höchsttemperatur vom 7. Oktober 2009 im Vergleich mit den bisherigen höchsten Tagesmaxima im Oktober von einigen Stationen unseres Messnetzes ist in Tabelle 1 aufgelistet.
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Höchste Tagesmaxima im Oktober 1961-2009
| Station | Höchsttemperatur 7. Oktober 2009 | bisheriger Höchstwert |
| Scuol | 27.0 | 23.9 (5. Oktober 1997) |
| Adelboden | 24.8 | 24.1 (4. Oktober 1966) |
| La Chaux-de-Fonds | 25.4 | 23.5 (13. Oktober 2001) |
| Payerne | 27.7 | 26.7 (4. Oktober 1985) |
| Disentis | 24.7 | 23.9 (5. Oktober 1997) |
| Wynau | 25.8 | 25.6 (4. Oktober 1985) |
| Zürich-Kloten | 25.8 | 25.6 (4. Oktober 1985) |
| Napf | 21.6 | 21.1 (10. Oktober 1979) |
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Bild 2: Rückwärtstrajektorien (Luftmassenherkunft) für den Flughafen Zürich. 4 Tage früher, am Sonntag 4. Oktober, lagen die Luftmassen in den oberen Schichten noch über dem Atlantik westlich der Kanarischen Inseln (rot: 1000m, blau: 2000m; grün: 3000m). gross.gif, 46 KB |
Gründe für die Oktoberwärme
Damit um diese Jahreszeit so hohe Temperaturen gemessen werden können, müssen verschiedene Faktoren zusammenstimmen. Im aktuellen Fall waren vor allem folgende Einflüsse ausschlaggebend:
- vielerorts ausgetrocknete Böden, damit wird für die Verdunstung nur wenig Energie benötigt und nahezu die gesamte Sonneneinstrahlung steht für die Erwärmung zur Verfügung
- leichte Föhneffekte oder West- bis Südwestwindeffekte wie zum Beispiel in Adelboden
- ausgesprochen warme (subtropische) Luftmassen, vor allem in den mittleren Schichten der Troposphäre
- sonniges Wetter mit wenigen Wolken und, für die Niederungen, ohne Nebel
Sehr hohe Tiefsttemperaturen in der Nacht auf den 8. Oktober 2009
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Höchste Nachtminima im Oktober 1961-2009
| Station | Tiefsttemperatur 8. Oktober 2009 | bisheriger Rekordwert |
| Schaffhausen | 15.4 | 15.4 (3. Oktober 2006) |
| St. Gallen | 18.2 | 17.2 (7. Oktober 1977) |
| Wädenswil | 16.1 | 15.7 (29. Oktober 1998) |
| Pully | 18.2 | 17.4 (3. Oktober 2004) |
| Zermatt | 10.3 | 9.4 (3. Oktober 2003) |
| Adelboden | 15.1 | 15.0 (16. Oktober 1987) |
| Chur | 16.2 | 15.8 (7. Oktober 2001) |
Bild 4: Temperaturverlauf in der Nacht auf den 8. Oktober an einigen Stationen in der Deutschschweiz
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