Vom Mittwoch, 10. bis Freitag, 12. Dezember 2008 erwartet MeteoSchweiz einen markanten Wintereinbruch in weiten Teilen der Schweiz.
Ausgehend von einem Tief über Norwegen stösst hochreichende Kaltluft gegen die Iberische Halbinsel und das westliche Mittelmeer vor. Damit verbunden bildet sich am Dienstagnachmittag eine Luftmassengrenze (Front) mit Achse Golf du Lyon-Elsass. (Bild 1). Im Laufe des Abends setzen die Niederschläge vom Jura her ein und breiten sich in der Nacht auf Mittwoch auf die meisten Gebiete unseres Landes aus.
Bild 1: Wetteranalyse vom Dienstag, 09.12.08, 13 Uhr (500 hPa Geopotential, Wetterbeobachtungen und Euro-Radar)
gross.jpg, 337 KBEin Muster übrigens, welches in den letzten Monaten wiederholt für Starkniederschläge im Alpenraum und für Schneefälle bis in die tiefsten Lagen des Tessins sorgte. Auffallend bei der erwarteten Lage ist die sehr langsame Verlagerung der Hauptwetterzentren in unserem Umfeld. (Bilder 2 bis 4)
Erst am Freitag scheint sich ein Teil der Höhenkaltluft über Sardinien abzuspalten, sodass die anhaltende südliche Höhenströmung abbricht und die Schneefälle allgemein nachlassen.
Bis Mittwochabend erwartet MeteoSchweiz verbreitet 10 bis 20 cm Schnee. In einer ersten Phase (bis ungefähr Dienstagmitternacht) ist in tiefsten Lagen auch Regen möglich. Auch am Donnerstag und am Freitag werden weitere Schneefälle erwartet. In dieser Periode ist mit weiteren 10 bis 20 cm zu rechnen. Allerdings bestehen über die Niederschlagsmengen noch erhebliche Unsicherheiten. Nach einigen Unterlagen könnten die Schneefälle sogar deutlich ergiebiger ausfallen!
Aktuelle Informationen dazu finden sie in unseren Wetterwarnungen.
Auch in den Bergen fallen während der ganzen Periode markante Schneemengen. Die erwarteten Neuschneemengen liegen dabei meist zwischen 30 und 50 cm, auf der Alpensüdseite sowie in den alpenkammnahen Gebieten der Zentralschweiz und Graubündens zwischen 50 und 100 cm.
Bild 5: Weisser Advent im Flachland? Die Chancen dafür sind in den nächsten Tagen gut.
gross.jpg, 164 KBSituation vom Mittwoch, 10. Dezember 2008, 13 Uhr
Insbesondere im westlichen Mittelland konnte sich in der vergangenen Nacht mit den teilweise anhaltenden Schneefällen auch in tiefsten Lagen eine Schneedecke ausbilden. Von der Zentral- bis zur Ostschweiz fielen die Niederschläge in tiefen Lagen bis nach Mitternacht meist in Form von Regen. Die Schneefallgrenze sank im Laufe der zweiten Nachthälfte aber auch in diesen Gebieten wieder meist bis in die Niederungen ab.
Bis am Donnerstagmorgen werden in leicht erhöhten Lagen des Mittellandes sowie der Nordwestschweiz weitere 5-10 cm, in Berglagen 10-20 cm und entlang des zentralen- und östlichen Alpenhauptkamms 20-40 cm Schnee erwartet. Insbesondere in der Zentral- und Ostschweiz dürften die Neuschneesummen unterhalb von 500 bis 600 Meter, bedingt durch die immer noch positiven Temperaturen, darunter liegen.
Auf der Alpensüdseite wird in den Niederungen bis am Donnerstagmorgen mit zusätzlichen 15 bis 25 cm, in den Bergen um 50 cm Schnee gerechnet. In den tiefsten Lagen des Mittel- und Südtessin geht der Schnee zum Teil in Regen über.
Auch am Donnerstag und am Freitag halten die Schneefälle beidseits der Alpen an.
Situation vom Donnerstag, 11. Dezember 2008, 14 Uhr
Wie eingangs des Berichtes beschrieben, wird die momentane Wetterlage über der Schweiz durch eine sogenannte Gegenstromlage geprägt. Feuchte Mittelmeerluft in den oberen Luftschichten ist dabei auf kalte Polarluft in den unteren Luftschichten aufgeglitten. (Bild 6). Durch diesen Hebungsvorgang entwickeln sich nördlich der Alpen schubweise immer wieder Niederschlagsgebiete, namentlich über den Gebieten mit der dicksten Kaltluftschicht im westlichen Mittelland, sowie über der Nord- und Nordwestschweiz.
Bild 6: Verlauf Windprofiler Payerne 10.12.08, 22 bis 11.12.08, 09 UTC. Violet: Nordostwind bis rund 3000 M.ü.M --> Kaltluft. In den oberen Luftschichten aufgleitende Südwinde.
Das Kaltluftpolster in den unteren Luftschichten war jedoch nicht überall gleich mächtig. Insbesondere entlang des zentralen und östlichen Alpennordhangs konnte sich die Kaltluft in den vergangenen 36 Stunden nur sehr zögerlich durchsetzen. So war in diesen Gebieten die Niederschlagsneigung deutlich tiefer als in weiten Teilen des Mittellandes oder der Nordwestschweiz.
Ein weiterer Effekt der dünneren Kaltluftschicht gegen den Alpenrand zu, manifestierte sich in der höheren Schneefallgrenze: währenddem im nur 316 Meter über Meer liegenden Basel-Binningen seit der Nacht auf Mittwoch durchwegs Schnee gefallen ist, wurde entlang der zentralen und östlichen Alpenrandseen aber auch am oberen Zürichsee bis Donnerstagmittag meist nur Regen beobachtet.
Situation vom Freitag, 12. Dezember 2008, 16 Uhr











