Am Samstag 6. August sind in der Schweiz für die Jahreszeit noch praktisch normale Temperaturen gemessen worden. Ueber der Nordsee lag aber bereits ein kräftiger Höhentrog, der arktische Kaltluft beinhaltete, die aus der Gegend von Nordgrönland stammte. In der Nacht zum Sonntag weitete sich dieser Trog zu den Alpen aus. Er sorgte für eine massive Abkühlung in allen Höhenlagen.
Am Sonntag Abend betrug die Temperatur in Glarus noch 10, auf dem Jungfraujoch -6 Grad. Gleichzeitig waren in der östlichen Landeshälfte zahlreiche Schauer und vereinzelte Gewitter im Gange. Die dabei gefallen Niederschlagsmengen waren zwar nicht sehr gross, aber sie wurden von einer tiefen Schneefallgrenze begleitet. Sie sank verbreitet auf 2000-1800 Meter, in der Ostschweiz lokal gegen 1700 Meter.
Am Montag Morgen meldete der Säntis 7 cm Neuschnee, die Claridenhütte des SAC (Kanton Glarus, 2450 m/M) gut 30 cm.
Auf 3000 Metern sind in den Nordalpen seit Freitag zum Teil über 60 cm Schnee gefallen.
Markanter Kaltlufteinbruch
In der ersten Hälfte des August sind solche Kaltlufteinbrüche selten. Es ist die Zeit des Jahresminimums, da die polaren Kaltluftreserven auf dem tiefsten Stand sind. Aehnliche, aber schwächere Ereignisse konnten am 11.8.2002 und 11.8.1993 beobachtet werden. Der letzte mindestens so starke Kaltlufteinbruch der ersten Augusthälfte datiert aber vom 2.8.1989. Damals sind auf dem Weissfluhjoch 15, auf dem Säntis 16 cm Neuschnee gemessen worden. Es fällt auf, dass in den Achtziger Jahren deutlich mehr solche Kaltluftereignisse stattfanden als seither.
Kräftige HöhenwindeDie Iberische Halbinsel ist seit Wochen von Trockenheit und grosser Hitze betroffen. Dies schaffte am Sonntag Nachmittag extreme Gegensätze zur Schweiz: während in Cordoba 45 Grad gemessen worden, waren es in den östlichen Alpentälern der Schweiz nur gerade 14 Grad. Zwischen unterschiedlich temperierten Zonen herrschen bekanntlich starke Höhenwinde. Sie trennen die Warmluftgebiete von den Kaltlufttrögen. In diesem Fall war das ganz ausgeprägt der Fall, da der Kontrast auf relativ kleinem Raum rekordverdächtig war. Die Zone stärkster Höhenwinde auf 9000 Metern lag zeitweise über der Nordostschweiz und entfernte sich dann wieder nach Deutschland.
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Selten kühle erste Augusthälfte
Die erste Augusthälfte war sehr kühl. So konnte am Zürichberg bis anhin kein einziger Sommertag registriert werden. Die höchste gemessene Temperatur betrug 24.3 Grad. Dies kam letztmals im Jahr 2002 vor. Damals wurde mit 24.9 Grad die Sommertag-Marke von 25.0 Grad nur knapp verfehlt. Zuvor wurde nur noch im Jahr 1955 mit 24.6 Grad die Sommertag-Marke nicht erreicht. (Die Maximaltemperaturen werden seit 1882 erfasst).
Auch die mittleren Maxima waren bescheiden
Zwischen dem 1. und 15. August erreichte das mittlere Tagesmaximum in Zürich nur 20.4 und in Basel 21.7 Grad. Im ganzen Monat August werden im langjährigen Mittel Tagesmaxima von 22.0 Grad in Zürich und 23.5 Grad in Basel erreicht. Somit sind auch die mittleren Maxima deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zum Vergleich: Im Hitzesommer 2003 war es in Zürich zwischen dem 1. und 15. August 32.4 Grad, in Basel war es durchschnittlich sogar 34.6 Grad heiss.


