08. April 2008 / Heinz Maurer, Bernd Konantz, Stefano Zanini
Nach der markanten Rückkehr des Winters an Ostern kam es am 7. April nochmals zu einem kurzen aber deutlichen Winter-Intermezzo in diesem Frühling.
Blick vom Zürichberg am Montagmorgen (7. April 2008). Alle Bilder in diesem Beitrag stammen von Stefano Zanini.
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Nachdem ein Tief, das mit seinem Schwerpunkt langsam von Skandinavien in Richtung Nordsee und England wanderte, bereits am Sonntag eine Kaltfront mit Schnee bis in tiefere Lagen zur Alpennordseite geführt hatte, steuerte es auf Montagmorgen sehr kalte Polarluft von Nordfrankreich her zur Schweiz.
Temperatur und Geopotential in 850 hPa am 7. April 2008 um 06 Uhr UTC (8 Uhr MESZ).
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Diese sehr kalte Polarluft stammte ursprünglich aus dem hohen Norden. Auf dem nächsten Bild kann ihr Weg zu uns zurückverfolgt werden: am Morgen des 3. April lag sie in den unteren Luftschichten zwischen dem Gebiet nördlich von Norwegen und Spitzbergen sowie über dem Nordmeer, in den oberen ganz im Norden Grönlands. In den untersten Luftschichten stammte die Luft aus dem in dieser Jahreszeit noch kühlen Nordatlantik.
Rückwärtstrajektorien der am 7. April um 6 Uhr UTC die Schweiz erreichenden Luftmasse.
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Die kälteste Luft erreichte den Jura am frühen Morgen, das Mittelland und die Voralpen am Morgen und die Alpen am frühen Vormittag.
Dabei wurde auf dem La Dole mit -12,4 Grad der zweittiefste Wert im April seit 1973 gemessen. Kälter war es hier nur am 12. April 1986 mit -12,6 Grad. Aber auch im Flachland der Alpennordseite sanken die Temperaturen am Morgen verbreitet unter den Gefrierpunkt, was nach den nächtlichen Schneefällen und den raschen Aufhellungen zu Tagesbeginn teilweise zu winterlichen Strassenverhältnissen mit Schnee- und Eisglätte führte.
Begleitet war das Ganze von zeitweise mässigen bis starken, in den Bergen starken bis stürmischen Westwinden. Das führte einerseits zu Schneeverwehungen, anderseits fühlte sich die Kälte noch grimmiger an.