Kontinuierlicher Temperaturanstieg
Nach dem Wintereinbruch bis in mittlere Lagen am 20. Juni 2010 wurde bei uns zunehmend ein Ausläufer des Azorenhochs wetterbestimmend. Ab dem 21. Juni erfolgte in allen Höhen ein kontinuierlicher Temperaturanstieg (s. Bild 1).
Bild 1: Temperaturverlauf (Stundenmittel) vom 20. bis 30. Juni 2010 an den Stationen Zürich-Kloten (rot) und Napf (blau).
gross.gif, 13 KBAm 27. Juni wurde in Basel und im Zentralwallis die Hitzemarke von 30 Grad erreicht oder überschritten. An den Folgetagen wurde die 30-Grad-Marke jeweils nur regional erreicht, so zum Beispiel im Tessin, im Wallis, in Basel sowie im Unteraargau.
Zunächst trockene Luft, in der Folge lokale Gewitterherde
Vor allem während der Aufbauphase des Hochdruckgebiets wurde mit einer Bisenströmung relativ trockene Luft herangeführt. Somit wurden die Temperaturen als sehr angenehm empfunden. Ab dem 25. Juni erfolgte eine leichte Anfeuchtung, sodass sich im Tagesverlauf vor allem über den Bergen lokale Gewitter bilden konnten. Diese waren vor allem am 28. Juni vorübergehend etwas zahlreicher und vereinzelt heftig (s. Bild 2 bis 4). In der Folge wurde die Schichtung der Atmosphäre aber wieder stabiler.
Bild 2: 24-stündige Niederschlagssumme anhand der Radardaten von Montag, 28. Juni 2010.
gross.png, 120 KBBild 3: 24-stündige Niederschlagssumme anhand der Radardaten von Dienstag 29. Juni 2010.
gross.png, 162 KBBild 4: 24-stündige Niederschlagssumme anhand der Radardaten von Mittwoch, 30. Juni 2010.
gross.png, 133 KBWeiterer Temperaturanstieg
In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen noch etwas an, sodass verbreitet Temperaturen zwischen 31 und 34 Grad erwartet werden dürfen. Gleichzeitig nehmen die Luftfeuchte und damit das Schwüleempfinden noch etwas zu. Die grösste Hitze erwarten wir für den Samstag, 3. Juli 2010. Am Abend und in der Nacht auf den Sonntag wird es zunehmend gewitterhaft, und in der Folge gelangt aus Westen weniger warme Luft zu uns.
Hitzewarnung
Mit dem oben genannten Ablauf sind zumindest regional die Bedingungen für eine Hitzwarnung erfüllt. Dabei muss an drei aufeinanderfolgenden Tagen der sogenannte Hitzeindex den Wert von 90 Punkten erreichen oder überschreiten. Dies dürfte im Raum Basel und dem Unteraargau unterhalb von 400 Metern im Zeitraum von Donnerstag 1. bis Samstag 3. Juli 2010 erfüllt sein. Eine dementsprechende Hitzewarnung wurde ausgegeben. In den übrigen, etwas höher gelegenen Gebieten wird der Grenzwert höchstwahrscheinlich nicht an allen drei Tagen übertroffen.
Was ist der Hitze-Index?
Der Hitze-Index wird anhand einer Formel mit Hilfe der erwarteten Höchsttemperatur und der relativen Luftfeuchte berechnet. Die Berechnungsformel ist eher kompliziert, es steckt jedoch folgende Annahme dahinter: Je trockener die Luft, umso höher kann die Lufttemperatur steigen, bis der Indexpunkt von 90 überschritten wird.
Oder umgekehrt ausgedrückt, bei feuchter Luft wird der Grenzwert von 90 Punkten bereits bei tieferen Temperaturen erreicht. Bei folgenden Temperatur- und Feuchtekombinationen erfolgt eine Überschreitung des Grenzwertes
Bild 5: Bei der Berechnung des Hitze-Index werden die Lufttemperatur und die Luftfeuchte verwendet. Die kritischen Indexwerte von 90 und mehr sind orange markiert.
gross.png, 51 KB| Temperatur: | relative Feuchte: |
| 29°C | 70% |
| 30°C | 60% |
| 31°C | 50% |
| 32°C | 40% |
| 33°C | 30% |
| 34°C | 20% |
Weitere Informationen bezüglich Hitze sind auf folgenden Seiten zu finden:
Hohe Ozonbelastung
Eine weitere Folge des heissen Sommerwetters sind die hohen Werte des bodennahen Ozons. Der Immissionsgrenzwert wurde an einigen Messstellen um das anderthalbfache überschritten. Weitere Informationen dazu finden Sie unter folgenden Links:








