MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

17. Juli 2007 / Marco Stoll, Bernd Konantz

 

Heisses Wochenende

 

Nach dem kalten und nassen Julibeginn hat sich zur Monatsmitte die Witterung geändert und einen sommerlichen Charakter angenommen. Bereits am Freitag 13. Juli etablierte sich ein sehr umfangreiches Hoch mit Kern über Italien und blieb übers Wochenende wetterbestimmend für weite Teile Mitteleuropas.

 

Bild 1: Höhenströmung und Bodendruckverteilung am Sonntag 15. Juli 2007 um 14 Uhr

Bild 1: Geopotential der 500-hPa-Fläche (gestrichelt) und Bodendruck (weisse Linien) der ECMWF-Analyse vom Sonntag 15. Juli 2007 um 14 Uhr.

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In der Mittagsanalyse vom Vorhersagemodell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) in Bild 1 erstreckte sich das Bodenhoch vom zentralen Mittelmeerraum bis nach Osteuropa. Die Höhenströmung in etwa 5500m ü. M. zeigt einen kräftigen Höhenrücken über Mitteleuropa. In seinem Einflussbereich herrschte grossräumiges Absinken der Luftmassen und damit erfolgte gleichzeitig sowohl eine Erwärmung als auch eine Abtrocknung.

 

Bild 2: Analyse der Temperatur auf ca. 1500 m ü. M. aus Radiosondenaufstiegen vom Sonntag 15. Juli um 14 Uhr

Bild 2: Analyse der Temperatur auf ca. 1500 m ü. M. aus Radiosondenaufstiegen vom Sonntag 15. Juli um 14 Uhr

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Bild 3: Analyse der relativen Luftfeuchtigkeit auf ca. 1500 m ü. M. aus Radiosondenaufstiegen vom Sonntag 15. Juli um 14 Uhr

Bild 3: Analyse der relativen Luftfeuchtigkeit auf ca. 1500 m ü. M. aus Radiosondenaufstiegen vom Sonntag 15. Juli um 14 Uhr

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Die mit Radiosondenaufstiegen gemessene Temperatur auf etwa 1500 m ü. M. (Bild 2, sie charakterisiert den Wärmegehalt in der freien, unteren Atmosphäre, d.h. ohne direkte Strahlungseinflüsse nahe am Erdboden) zeigt den Bereich der wärmsten Luft über der Alpennordseite und Süddeutschland. Die relative Feuchte (Bild 3) war mit Werten zwischen 20 und 50% sehr niedrig und liess kaum die Bildung von Wolken zu, wie ein Blick auf das Satellitenbild von Sonntag, 15. Juli um 14 Uhr in Bild 4 zeigt. Nur am Rand des Hochs konnten sich bis um diese Uhrzeit über Osteuropa Quellwolken bilden. Das langgezogene Wolkenband einer Kaltfront erstreckte sich strömungsparallel entlang der Atlantikküste und verlagerte sich zu Beginn der neuen Woche nur sehr langsam ostwärts ins Landesinnere.

 

Bild 4: Satellitenbild und Geopotential der 500-hPa-Fläche (Analyse aus Radiosondenaufstiegen) am Sonntag 15. Juli 2007 um 14 Uhr

Bild 4: Satellitenbild und Geopotential der 500-hPa-Fläche (Analyse aus Radiosondenaufstiegen) am Sonntag 15. Juli 2007 um 14 Uhr

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Die Höchsttemperaturen vom Sonntag 15. Juli, dem heissesten Tag des Wochenendes, sind in Bild 5 gezeigt. Die Höchstwerte stiegen mit Föhnunterstützung im Wallis, im Urner Reusstal sowie im Rheintal auf 34 Grad und mehr. Auch im Flachland wurden verbreitet 30 bis 33 Grad registriert. Schweizweiter Spitzenreiter war die Klimastation Bad Ragaz, wo Dank Föhnunterstützung 34.8 Grad erreicht wurden.

Bemerkenswert sind auch die Tiefsttemperaturen in der Nacht von Sonntag auf Montag, 16. Juli: in Altenrhein dauerte der Föhn bis kurz vor Mitternacht an und hielt die Temperatur auf fast 30 Grad (siehe Temperatur- und Böenverläufe in den Bildern 6 und 7). In Altdorf wehte der Föhn die ganze Nacht hindurch, so dass mit 25 Grad der zweithöchste, je an dieser Station aufgetretene Wert für eine Tiefsttemperatur registriert wurde. Auch in St. Gallen und Vaduz wurden Tiefstwerte über 20 Grad und damit eine Tropennacht gemessen.

 

Bild 5: Höchsttemperatur am Sonntag 15. Juli 2007

Bild 5: Höchsttemperatur am Sonntag 15. Juli 2007

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Bild 6: Verlauf der 2m-Temperatur in Altenrhein und Altdorf in der Nacht auf Montag

Bild 6: Verlauf der 2m-Temperatur in Altenrhein und Altdorf in der Nacht auf Montag

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Bild 7: Verlauf der Böenspitzen in Altenrhein und Altdorf in der Nacht auf Montag, 16. Juli

Bild 7: Verlauf der Böenspitzen in Altenrhein und Altdorf in der Nacht auf Montag, 16. Juli

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Im Flachland lagen die nächtlichen Tiefstwerte mit 14 bis 19 Grad noch etwas höher als am Sonntag. Ausgehend von diesen etwas höheren Morgenwerten stieg die Temperatur am Nachmittag dann im Flachland verbreitet auf 30 bis 34 Grad (Bild 8). Der höchste Wert wurde mit 34.4 Grad in Reckenholz bei Zürich gemessen. Damit war der Montag 16. Juli an vielen Orten in der Schweiz der bislang heisseste Tag des Jahres 2007. Heiss war es auch im benachbarten Deutschland: vom Flughafen in Friedrichshafen wurden am späten Nachmittag 37 Grad gemeldet!

 

Bild 8: Höchsttemperatur am Montag, 16. Juli 2007

Bild 8: Höchsttemperatur am Montag, 16. Juli 2007

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