Heftige Gewitter über der Alpennordseite
R. Mühlebach, 8. Juli 2004
Ein für die Jahreszeit ausserordentlich kräftiges Tiefdruckgebiet mit Kernbereich über Frankreich und den Aermelkanal hat am Donnerstag das Wetter im Alpenraum bestimmt.
Eine zum Tief gehörende Kaltfront hat am Nachmittag mit heftigen Gewittern die Alpennordseite überquert. Die zum Teil sehr kräftigen Gewitterzellen waren begleitet von Hagel, Regenschauern und Sturmböen.
Die Gewitterbildung wurden begünstigt durch eine sehr labil geschichtete Atmosphäre, durch den Einschub von feuchtwarmer Meeresluft mit den südwestlichen Winden im Vorfeld der Kaltfront sowie durch den Durchzug eines Höhentroges verbunden mit deutlicher Hebung der Luftmasse. Das Einfliessen von trockener Föhnluft in die Gewitterzellen dürfte die Böen- und Hagelintensität weiter erhöht haben.
Die ersten Gewitterzellen bildeten sich am Mittag in der Region Freiburger Alpen bis hin zum Basler Jura. Sie zogen in der Folge nach Nordosten. Eine Gewitterzugbahn erstreckte sich dem Jura entlang Richtung Schwarzwald und Schwäbische Alb, die andere überquerte das Mittelland der Aare entlang weiter über Zürich bis zum Bodensee.
Der mit den Gewittern aufgetretene Hagel erreichte im Grossraum Zürich eine Korngrösse von 2-4 cm Durchmesser. Die Windböen fegten mit Spitzengeschwindigkeiten von 40-80 km/h daher; eine besonders heftige Zelle im Raume Schaffhausen liess Böen bis 104 km/h aufkommen. Die kurzen aber kräftigen Schauer brachten im Laufe des Nachmittags bis zu 30 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, dies besonders im Raume Bern-Freiburg.
