Die Schweiz lag am Mittwoch, 5. Juli 2006, am Südrand eines flachen Bodentiefs, das mit seinem Zentrum allmählich vom Aermelkanal zur Nordsee zog und sich in der zweiten Tageshälfte etwas auffüllte. In der Höhe näherte sich von Westeuropa her ein Trog, der sich ebenfalls langsam auffüllte. Auf seiner Vorderseite floss mit nur zögernd auffrischenden Höhenwinden zunächst noch sehr warme, in der zweiten Tageshälfte dann etwas weniger warme und feuchtere Luft von Südfrankreich her gegen die Schweiz. Ueber den Alpen war es leicht föhnig.
Lokal fielen innert kurzer Zeit grosse Niederschlagsmengen
Bereits am Vormittag streifte eine erste Gewitterstörung über Nordostfrankreich und den Beneluxländern unter Abschwächung die Alpennordseite. Tagsüber gab es dann im ganzen Land nochmals recht viel Sonnenschein und die Temperaturen stiegen auf heisse 28 bis 33 Grad an. Am Nachmittag bildeten sich zuerst über dem Jura und den Westalpen grössere Quellwolken und einige, lokal heftige Gewitter mit Hagel und Sturmböen. Gegen Abend vereinigten sich diese im Raum Emmental-Entlebuch-Solothurn-Olten zu einer Art Gewitter-Cluster, der vorübergehend stationär wurde. Dadurch konnten in diesen Gebieten lokal in kurzer Zeit sehr grosse Regenmengen von zum Teil über 50 mm oder l/qm fallen.
Cluster
Cluster
Sinkende Temperaturen und steigender Luftdruck verursachen heftige Windböen
Durch die grossen Regenmengen und wegen der lokalen Hagelschläge sanken die Temperaturen in den oben erwähnten Regionen rasch bis gegen 15 Grad ab und gleichzeitig stieg der Luftdruck in kurzer Zeit um 5 bis 10 Hektopascal (hPa) an. Das Störungsgebiet kam dann im Laufe des Abends wieder in Bewegung und ergoss sich in der Folge sehr rasch und dammbruchartig Richtung Ostschweiz. Die Folge waren Sturmböen, die mit 78 bis 113 km/h über das Land fegten und zum Teil Schäden verursachten.
Abbildung 3: (oben) Verlauf des Luftdrucks, (unten) Verlauf der Böenspitzen während des Frontdurchgangs.
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