Die Wetterlage
Die Wetterlage am 11.5.2010 war wie schon an den Tagen zuvor geprägt von einer ausgedehnten, relativ flachen Tiefdruckzone, die sich von Skandinavien bis zum westlichen Mittelmeer erstreckte. Ein darin eingelagertes Bodentief über Mittelfrankreich verlagerte sich im Laufe des Tages langsam nordostwärts Richtung Deutschland. Seine Kaltfront überquerte dabei in der zweiten Tageshälfte die Alpennordseite. An dieser Konvergenz setzte die Entwicklung der Gewitterzellen ein. Voraussetzung dafür war aber die feucht-labile Luftmasse, die unmittelbar vor der Kaltfront vorhanden war (Abb. 1). Zudem förderte ein in der Südwestströmung eingelagerter, kurzwelliger Höhentrog mit seinem Hebungsantrieb sowie der Kaltluftzufuhr in der Höhe die Auslösung der Konvektion (Abb. 2). Im Vorfeld des Tiefs kam in den Alpentälern vorübergehend Föhn auf. Mit der Sonneneinstrahlung stiegen die Temperaturen vielerorts auf über 20 Grad an, was die Labilität zusätzlich unterstützte.
Abb. 1: Radiosondierung von Payerne, 11.5.2010 12 UTC. KKN steht für Konvektives Kondensationsniveau. Die rote Fläche stellt das sog. CAPE dar, also die durch Konvektion verfügbare potentielle Energie.
Abb. 2: Wetterlage am Nachmittag des 11.5.2010 mit METEOSAT- und Radarbild. Die schwarzen Linien markieren die Höhenströmung auf 500 hPa (ca. 5500 m) mit dem kurzwelligen Höhentrog über Frankreich. Die farbigen Linien die Temperaturverteilung auf 850 hPa (ca. 1500 m), die enge Scharung der Temperaturlinien über der Westschweiz deutet auf die Kaltfront hin.
Durchzug der Gewitterlinie
Abb. 3: Radarbild von 1415 UTC, entspricht etwa dem Foto aus der Zentralschweiz in der Bildergalerie rechts.
Radaranimation.gif, 8.2 MBStarker Druckanstieg und heftige Sturmböen
Abb. 5: Hagelkarte erstellt aus der Analyse von Radardaten, grüne und rote Flächen markieren die Gebiete mit hohen Hagel-Wahrscheinlichkeiten.
Hagelkarte_gross.gif, 9 KB
Abb. 6: Karte der Blitze vom Nachmittag des 11.5.2010. Entsprechend der Legende sind die grünen Blitze die ältesten, die roten Blitze die jüngsten.












