In der Folge kam unser Land langsam an den Nordwestrand eines blockierenden Hochs zu liegen. Der Hochkern war quasi-stationär über dem Mittelmeer. Die Schweiz war somit einerseits unter Hochdruckeinfluss und wurde andererseits von einer anhaltenden, wenn auch schwachen Südwestströmung, mit heisser Luft aus Südfrankreich versorgt. Diese Konstellation führte zu einer eigentlichen Hitzewelle.
Ab dem 17. Juni lagen die Höchstwerte verbreitet über 25 Grad. Am 19. Juni gab es auf der Alpennordseite erste Werte von über 30 Grad und vom 21. Juni an wurden verbreitet Hitzetage (d.h. Werte von 30 Grad oder mehr) registriert. Diese hohen Werte blieben bis zum 29. Juni erhalten und brachten die Schweiz zum Schwitzen. Selbst in höheren Lagen wie z.B. in Schuls auf etwa 1300 Metern Höhe wurde die Hitzemarke mehrmals geknackt (siehe auch Bild 1).
Nur am 25. Juni gab es einen kleinen Knick in der Temperaturkurve, die Höchsttemperaturen erreichten "nur" etwa 26 Grad. Der Grund war eine Kaltfront, die am Vorabend punktuell kräftige Gewitter ausgelöst hatte. Das Schwergewicht lag in den Voralpen, im Flachland fielen kaum Niederschläge.
Bild 1: Temperaturverlauf (Maxima) einiger MeteoSchweiz-Messstationen vom 1. bis zum 29. Juni 2005
Die lokal kräftigen Regenschauer führten denn auch da und dort zu Ueberschwemmungen und die Feuerwehren mussten vielerorts ausrücken. Gesamthaft gesehen fielen aber die Niederschlagsmengen eher gering aus, da die Front sehr rasch weiterzog.
Bild 2: Windspitzen vom 29. Juni 2005 in km/h, Messung der automatischen Messstationen der MeteoSchweiz
Im linken Teil des Bildes ist dank der Bewölkung die Entwicklung des Böenkragens schön zu erkennen, rechts sieht man noch Wolkenlücken mit etwas Sonnenschein.
Bild 3.1: Aufnahme vom 29.6.2005, 17.20 Uhr (Lokalzeit)
Bild 3.2: Aufnahme vom 29.6.2005, 17.30 Uhr (Lokalzeit)
Bild 3.3: Aufnahme vom 29.6.2005, 17.40 Uhr (Lokalzeit)
Bild 4: Radaraufnahme von 16.00 Uhr (Lokalzeit), die höchste Stufe der Reflektivität wird mit violetter Farbe dargestellt. Die Wahrscheinlichkeit für Hagel ist in diesem Bereich sehr hoch.
Bild 5: Radaraufnahme von 17.45 Uhr (Lokalzeit)
