16. Juni 2009 / Marco Stoll, Andreas Hostettler
Im Vorfeld einer Kaltfront, welche in den Abendstunden des 15. Juni 2009 die Alpennordseite erfasst hat, fielen ergiebige und teils von Gewittern begleitete Niederschläge. Nach dem sommerlich warmen, und teils über 30 Grad heissen Sonntag, erreichte am Montag 15. Juni 2009 kältere Luft die Alpennordseite: Im Vorfeld einer Kaltfront, welche in den Abendstunden die Alpennordseite erfasste, fielen ergiebige und teils von Gewittern begleitete Niederschläge. Die von Nordwesten heranrückende Kaltfront ist im Radarfilm in Bild 1 am grossflächigen Regenband erkennbar. Gleichzeitig bildeten sich unmittelbar vor der Front einige isolierte, teils auch linienartig strukturierte Gewitter.
Bild 1: Radarfilm vom 15. Juni 2009, 17 bis 21 UTC, überlagert mit Blitzentladungen der vergangenen 30 Minuten. Die weissen Kreise markieren die Kernbereiche der Gewitterzellen.
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Am oberen Zürichsee sowie im Zürcher Oberland traten im Bereich einer Gewitterlinie auch vereinzelte Hagelstriche auf, wie aus den Radarmessungen vermutet werden kann(Bild 2).
Bild 2: Hagelstriche im Zürcher Oberland und am oberen Zürichsee, abgeleitet aus Radarmessungen.
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Zusammen mit dem auf die Gewitter nachfolgenden Frontalregen kamen beachtliche Niederschlagssummen zusammen. Die 24-Stundensummen der Radarmessungen und Bodenstationen sind in den Bildern 3 und 4 gezeigt. Den Voralpen entlang, vom Freiburger Land bis zum Alpstein, fielen zwischen 30 und 50 mm. Die grössten Intensitäten wurden dabei im Zeitraum zwischen 17 und 05 UTC auf dem Napf und dem Hörnli, in Wädenswil und auf dem Säntis mit rund 40 mm gemessen.
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Bild 5: 12-stündige Regensummen von 19 bis 07 Uhr, Bodenstationen. gross.jpg, 88 KB
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Die gewittrigen Regenschauer erweckten nicht nur wegen der Intensitäten einen fast schon tropischen Eindruck. Auch der Feuchtegehalt der bodennahen Luftmassen war sehr hoch, wie beispielweise die Taupunkte von 17 Uhr mit verbreitet 16 bis 18°C veranschaulichen (Bild 6). Allerdings waren auch die mittleren Luftschichten stark angefeuchtet. Die damit verbundene und über weite Teile des Montags vorüberziehende hohe Bewölkung verhinderte eine starke Erwärmung im Tagesgang. Hätte sich die Sonne früher durchgesetzt, und die feuchte Luft labilisiert, so wären die Gewitter vermutlich verbreiteter und deutlich heftiger ausgefallen!
Folgende Fotodokumentation aus dem Zürcher Oberland sowie vom Seedamm bei Rapperswil veranschaulicht die Wetterentwicklung vom Montagabend. (Fotos: Andreas Hostettler, MeteoSchweiz)
Bild 7: Nach der kurzen sonnigen Phase am Nachmittag zogen am Abend rasch mittelhohe Wolkenfelder (Altocumulus floccus) auf, welche die Instabilität in den mittleren Luftschichten markierten.
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Bild 8: Wenig später entwickelten sich aus der mittelhohen Bewölkung erste präfrontale Schauerlinien. Blick vom Bachtelturm Richtung Zürcher Oberland. Die feuchte Grundschicht wird duch starken Dunst sowie Stratus fractus Bewölkung markiert.
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Bilder 9a und 9b: Mit der weiteren Annäherung der Kaltfront entwickelte sich gegen 20.30 Uhr über dem mittleren Zürichsee rasch eine kräftige Gewitterlinie welche sich unter Verstärkung gegen das Zürcher Oberland verlagerte. (Standort Seedamm Rapperswil, Hurden. Blickrichtung Nordwest)
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Bild 10: Die Gewitterfront erreicht dass Seeufer bei Hurden (Seedamm Rapperswil). In der Folge kommt es bei mässiger Blitzaktivität zu Starkregen und kräftigen Windböen.
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Bild 11: Der südwestliche Teil der Gewitterlinie wälzt sich über den Etzel.
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