MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

17. Juli 2003 / MeteoSchweiz

 

Extrem trockenes erstes Halbjahr

 

Peter Zbinden, MeteoSchweiz

Von Januar bis Juni 2003 sind in weiten Teilen der Schweiz sehr geringe Niederschläge gefallen. Dies gilt ganz besonders für weite Teile vom Jura, Juranordfuss und Mittelland so wie für die zentralen und östlichen Alpen, das Oberwallis und Teile der Alpensüdseite.

Betrachtet man alle Jahre seit 1901, so gehörte das 1. Halbjahr 2003 in folgenden Gebieten zu den drei trockensten Halbjahren dieser 102 Jahre: Von der Ajoie bis ins Becken von Delémont, von La Chaux-de-Fonds bis Neuchâtel und in weiten Teilen des Seelandes bis nach Fribourg, fast im ganzen Aargau und teils im Zürcher Unterland so wie von Weinfelden bis Arbon am Bodensee, punktuell im Berner Oberland, im südöstlichen Wallis, im Südteil des zentralen und östlichen Alpennordhangs und weiter südlich angrenzend für weite Teile Graubündens, das Sopraceneri und das südöstliche Wallis.

In den meisten Gebieten der Schweiz war das 1. Halbjahr 1976 das bisher trockenste in der Statistik ab 1901, regional noch viel trockener als das 1. Halbjahr des aktuellen Jahres. Auch in den Jahren 1921, 1925 und 1929 waren die 1. Halbjahre in grossen Teilen der Schweiz sehr niederschlagsarm. Punktuell gab es von Januar bis Juni 2003 aber doch neue Minimalwerte der Regensummen z.B. in Delémont, in Fribourg, in Guttannen (Haslital), in Zermatt, in Sargans, in Vals und im Gebiet von Locarno bis Bellinzona.

Von einigen Orten besitzt die MeteoSchweiz Regenmessungen bis ins Jahr 1864 zurück. Interessanterweise traten zwischen 1864 und 1900 eine ganze Reihe sehr trockener, erster Halbjahre auf, einzelne noch trockener als das 1. Halbjahr 1976. Vor allem war dies 1870 und von 1880-1887 der Fall.

 

erstes halbjahr 2003
Wie die Karte zeigt, gibt es doch auch einige Regionen in der Schweiz, in welchen das 1. Halbjahr nicht aussergewöhnlich trocken war. Dies gilt vor allem für die nördlichen und westlichen Teile des Wallis, welche im Januar überdurchschnittliche Niederschläge verzeichneten. Im Februar gab es im Nordwallis nochmals normale Niederschläge, während die übrigen Gebiete der Schweiz teils sehr geringe Niederschläge erhielten.Dies gilt ebenso für weite Teile der Voralpen und den äussersten Norden der Schweiz vom Kanton Schaffhausen zum nördlichen Teil des Bodensees. Hier gab es sowohl im Mai wie im Juni teils sehr kräftige Gewitterregen. Vereinzelt erreichten die Niederschlagswerte sogar normale Werte, das heisst in etwa die Hälfte der 102 Halbjahre seit 1901 waren trockener als das 1. Halbjahr 2003. Dies gilt etwa für Leukerbad, für Entlebuch und für Sarnen. Ebenfalls vermehrte Gewitter im Mai und Juni sorgten im Puschlav und im Sottoceneri für etwas mehr Niederschlag. In Lugano war das 1. Halbjahr 2003 deshalb "nur" das viert-trockenste seit 1901, in Brusio das zwölft-trockenste.

 

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