Gärtner, Hobbygärtner, Obst- und Gemüsebauern, Blumenzüchter und Landwirte fürchten die Zeit der Eisheiligen, da sie die letzten Frühjahrsfröste bringen. Je nach Region sind dies die Tage vom 11. bis zum 15. Mai. Sie werden nach den Heiligen im römischen Kalender benannt und heissen:
- Mamertus (11. Mai ),
- Pankratius (12. Mai ),
- Servatius (13. Mai ),
- Bonifatius (14. Mai ) und
- Sophie oder Kalte Sophie (15. Mai).
Nach diesen Tagen können - gemäss Ueberlieferung durch die Bauernregeln - alle Pflanzen im Freien gesetzt werden, da später keine Fröste mehr zu erwarten sind.
Frostbekämpfung mit Beregnungsanlage, Wallis (Photo: Didier Ulrich) |
Die Eisheiligen gehören in den Reigen der meteorologischen Singularitäten. Das heisst, es sind Wetterabläufe, die sich in manchen Jahren zur gleichen Zeit wiederholen. Da es sich dabei um Kaltlufteinbrüche mit häufigem Frost handelt, erklärt sich auch, dass in Irland und England besonders der Heilige Mamertus, in Frankreich und Norddeutschland eher Pankratius und Servatius, und in der Schweiz die Kalte Sophie gefürchtet sind. Gemäss den Beobachtungen und Aufzeichnungen kommt die Kaltluft von Nordwest nach Südost voran und bringt verzögert den Frost.
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Garten, Mayens-de-Sion, Mai 2007 (Foto: Didier Ulrich)
Mayens-de-Sion, Mai 2007 (Foto: Didier Ulrich)
Lupine, Mayens-de-Sion, Mai 2007 (Foto: Didier Ulrich) |
Wann ist mit Frost zu rechnen?
Frühjahrsfröste sind vor allem für die Jungpflanzen gefährlich. Aeltere Pflanzen haben sich den auftretenden Nachtfrösten schon angepasst. Im Mai kommen diese Wetterlagen aber wesentlich seltener vor. Meist kommt es nach einer längeren Phase mit verhältnismässig hohen Temperaturen und gelegentlichen Regengüssen, also sogenannt ‚wüchsigem’ Wetter zu einem Kaltlufteinbruch aus Nordost oder Nord, der vor allem beim folgenden Aufklaren in der Nacht Minustemperaturen bringt. Noch grösser sind die Schäden an der Vegetation, wenn die Kaltfront Schnee oder Nassschnee bringt. Neben der Frosteinwirkung werden die belaubten Pflanzen durch das zusätzliche Gewicht geknickt.
Sind bei uns Fröste während den Eisheiligen tatsächlich häufiger?
Seit mehreren Jahrzehnten misst MeteoSchweiz nicht nur die Temperatur in 2 m Höhe, sondern auch 5 cm über Boden. Man spricht von Frost oder Bodenfrost, wenn die Temperatur in 5 cm Höhe Null Grad oder tiefer ist. Dabei werden auf der Alpennordseite die Höhenlagen zwischen 400 und 600 Metern angeschaut. Es ist klar, dass je nach Topgrafie gewisse Lagen empfindlicher sind als andere. So profitieren beispielsweise Orte in der Nähe von grossen Gewässern von deren Temperaturausgleich.
Frostrisiko im Mai
Die Tabelle zeigt, dass nach dem 11. Mai das Frostrisiko stark zurück geht. Um den 22. Mai sind Tiefsttemperaturen um oder unter 0 Grad geringfügig häufiger, was der oben erwähnten Kalenderreform zugeordnet werden kann.
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