Bericht von MeteoLocarno
Die Regenmengen, die in den Tagen zwischen dem 9. und 16 Oktober im Tessin und Wallis gefallen sind, sind vergleichbar mit den Regenmengen, wie sie am 24./25. September 1993 bei der Verwüstung von Brig gefallen sind. Ebenfalls 1993 am 14. Oktober erreichte der Lago Maggiore den bisher höchsten gemessenen Pegelstand.
Die Wetterlage, die zu den jetzigen Niederschlagsmengen geführt hat, ist vergleichbar mit derjenigen von 1993. Zwischen zwei blockierenden Hochs über dem nahen Atlantik und über Russland hat sich ein Tief über dem Mittelmeer abgespaltet und mit südlichen Höhenwinden feuchte Luftmassen gegen die Alpen geführt. Die folgende Bodenkarte zeigt die Situation am Samstag, 14. Oktober um 12 Uhr UTC (14 Uhr lokal). Das Tief über dem Mittelmeer wanderte in der Folge unter Verstärkung nach Norden.
Die folgende Grafik zeigt drei Stationen mit ihren aufsummierten Regenmengen. Robiei erreichte in diesem Zeitraum die Menge von knapp 600 mm Regen, dies entspricht mehr als der halben Regenmenge, die die Station der MeteoSchweiz in Zürich über das ganze Jahr durchschnittlich erreicht. In Visp fielen mit 83 mm innerhalb 24 Stunden vom 13. auf den 14. Oktober mehr als die durchschnittliche Menge Regens, der normalerweise im Oktober gemessen wird.
Der Pegel des Lago Maggiores erreichte einen neuen Jahrhunderthöchststand. Locarno verzeichnet im Oktober durchschnittlich 196 mm Regen. Vom 9. bis 17. Oktober waren es 306 mm.
