Am Sonntag, 14. November 2004 entstand aufgrund einer starken nordöstlichen Höhenströmung und wegen eines sehr kräftigen Tiefs über dem Mittelmeer eine starke Bisenströmung. Da zusätzlich in der Höhe allmählich Subsidenz einsetzte, wurde aufgrund des sich verengenden Querschnittes zwischen Jura und Alpen und der als Sperrschicht wirkenden Höheninversion im Genferseegebiet für eine Bisensituation ausserordentlich hohe Windgeschwindigkeiten gemessen. In Genf zeigte der Windmesser 95 km/h, in Changins sogar 101 km/h. Für Genf ist dies der höchste Wert seit 1982, also seit Beginn einheitlicher Windmessungen in der Schweiz.
Der bisherige Höchstwert von 87 km/h datiert vom 14. Dezember 2001. In Changins blies die Bise am 14.12. 2001 mit maximal 99 km/h noch etwas stärker als heute. Auch auf dem Jura blies die Bise sehr heftig, so auf der La Dole mit 163 km/h. Hier wurden allerdings bei Bise im Februar 1984 178 km/h gemessen. Damals zeigte der Windmesser auf dem Chasseral 140 km/h an. Ein ausserordentlicher Bisensturm verursachte am 25. April 1972 in den Waldungen des Jorat im westlichen Mittelland grosse Schäden. In Genf wurden viele Dächer abgedeckt. Laut Beobachtungen von Max Bouët sollen sich die Wolkenschatten mit 120 km/h fortbewegt haben. In Lausanne wurden damals über 100 km/h pro Stunde registriert, auf der La Dole 150 km/h. In Genf sind die Ergebnisse widersprüchlich. Aus den Aufzeichnungen können 110 km/h entnommen werden, während die Literatur vereinzelt von 130 km/h spricht. Dieser Wert dürfte aber angesichts der Tatsache, dass in den letzten 22 Jahren nie über 100 km/h gemessen wurden, wahrscheinlich zu hoch liegen.
Auch der Nordföhn erreichte am vergangenen Wochenende auf der Alpensüdseite sehr hohe Windgeschwindigkeiten. Folgende Höchstwerte wurden verzeichnet: Monte Generoso 115 km/h, Berggipfel Matro in der Leventina 115 km/h, Cimetta 100 km/h, Robbia 94 km/h, Cevio im Maggiatal 92 km/h und Lugano 86 km/h. Für Lugano und Robbia sind dies allerdings keine Höchstwerte, konnten doch in den letzten 22 Jahren in Lugano schon 120 km/h, in Robbia sogar 130 km/h verzeichnet werden. Auch auf Cimetta blies der Nordföhn in den letzten 22 Jahren schon bedeutend heftiger, nämlich mit knapp 140 km/h.
Darstellung der Böenspitzen an den Messstationen von MeteoSchweiz zwischen dem 13.11.2004 00.00 UTC und dem 14.11.2004 Mittag
