MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

18. Mai 2007 / Marco Stoll, Christophe Voisard

 

Nasser und trüber Auffahrtstag 2007

 

Wetterablauf

Das Zusammenspiel von 3 Wetterelementen führte am Auffahrtstag 2007 zu starken Niederschlägen auf der Alpennordseite und in den Alpen: 

 

  • ein kleinräumiges Tief,
  • der Okklusionsprozess des dazugehörenden Frontensystems, sowie
  • die kräftige Höhenströmung.

 

Zunächst bildete sich am Vortag, dem Mittwoch 16. Mai, ein kleinräumiges Tief über Norddeutschland. Im Laufe des Auffahrtsdonnerstags verlagerte es sein Zentrum nach Süddeutschland, danach nach Bayern und in der Nacht auf Freitag zog es unter Auffüllung rasch zum Balkan. Während etwa 24 Stunden lag das dazugehörende Frontensystem über dem Schweizer Alpenraum. Dabei blieb die Warmfront stationär parallel über dem Alpenbogen. Gleichzeitig presste die nachfolgende Kaltfront die warme und milde Atlantikluft am Alpennordhang richtiggehend aus. Zudem blies in dieser Phase eine kräftige Höhenströmung aus Nordwesten über die Alpen, die einen zusätzlichen Staueffekt verursachte. Demzufolge fielen die Niederschläge am Alpennordhang im Schnitt höher als im Mittelland und im Jura. Druckverteilung und Frontenanalyse vom Donnerstag 17. Mai 2007 um 14 Uhr Lokalzeit sind in Bild 1 gezeigt.

 

Wetterkarte vom Donnerstag, 17. Mai 2007 um 14 Uhr Lokalzeit.

Bild 1: Wetterkarte vom Donnerstag, 17. Mai 2007 um 14 Uhr Lokalzeit.

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Niederschlagssummen

Die Niederschläge setzten bereits am Mittwoch, 16. Mai, am Abend ein und dauerten am zentralen und östlichen Alpennordhang bis in die Nacht auf Freitag, 18. Mai an. In diesem Zeitraum fielen in den Alpen- und Voralpengebieten Mengen zwischen 30 und 60 mm (Bild 2 zeigt die Messungen der MeteoSchweiz-Stationen).

 

Niederschlagssummen vom Mittwoch, 16. Mai 20 Uhr bis Freitag, 18. Mai 08 Uhr.

Bild 2: Niederschlagssummen vom Mittwoch, 16. Mai 20 Uhr bis Freitag, 18. Mai 08 Uhr.

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Dabei sank die Schneefallgrenze am Mittwoch vorübergehend bis gegen 1000 m ab: in Ulrichen im Obergoms schneite es bis am Mittag. Selbst in Lax auf 1040 m ü. M. bildete sich vorübergehend eine Schneedecke von bis zu 5 cm, welche das frische Gras zu Boden drückte (Beobachtung nachträglich gemeldet von Herrn U. Döpper). Im Laufe des Nachmittags stieg die Schneefallgrenze wieder auf 2000 bis 2300 m an, und der Schnee ging in Regen über. Die Bilder 3 und 4 zeigen die eingeschneite Landschaft rund um die Flüelapassstrasse (Nordrampe) am Donnerstag-, respektive Freitagmorgen jeweils um 8 Uhr. Auch längs des Jurabogens wurden an den Messstationen Regensummen zwischen 30 und 50 mm registriert, im Mittelland waren es 15 bis 30 mm.

 

Bilder 3 und 4: Flüelapass am Donnerstagmorgen (links) und Freitagmorgen (rechts), jeweils um 8 Uhr.

 

Die 24-stündigen Niederschlagssummen vom Donnerstag, abgeleitet aus Messungen der 3 Radarstationen La Dôle, Albis und Monte Lema bestätigen die oben genannten Grössenordnungen (Bild 5). Gleichzeitig wird deutlich, dass die intensiven Niederschläge sich nicht nur auf die klassischen Staugebiete am Alpennordhang konzentrierten, sondern mit den kräftigen nordwestlichen Höhenwinden bis in die südlichen Walliser Täler und sogar ins Nordtessin verfrachtet wurden. In der Region Mittelbünden werden die Niederschläge von den Radarstationen eher unterschätzt, da hier auf Grund der Abschattung durch vorliegende Gebirgsketten nur die oberen Schichten der Atmosphäre erfasst wird.

 

24-stündige Niederschlagssummen vom Donnerstag, abgeleitet aus Radarmessungen.

Bild 5: 24-stündige Niederschlagssummen vom Donnerstag, abgeleitet aus Radarmessungen.

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