Wetterablauf
Das Zusammenspiel von 3 Wetterelementen führte am Auffahrtstag 2007 zu starken Niederschlägen auf der Alpennordseite und in den Alpen:
- ein kleinräumiges Tief,
- der Okklusionsprozess des dazugehörenden Frontensystems, sowie
- die kräftige Höhenströmung.
Zunächst bildete sich am Vortag, dem Mittwoch 16. Mai, ein kleinräumiges Tief über Norddeutschland. Im Laufe des Auffahrtsdonnerstags verlagerte es sein Zentrum nach Süddeutschland, danach nach Bayern und in der Nacht auf Freitag zog es unter Auffüllung rasch zum Balkan. Während etwa 24 Stunden lag das dazugehörende Frontensystem über dem Schweizer Alpenraum. Dabei blieb die Warmfront stationär parallel über dem Alpenbogen. Gleichzeitig presste die nachfolgende Kaltfront die warme und milde Atlantikluft am Alpennordhang richtiggehend aus. Zudem blies in dieser Phase eine kräftige Höhenströmung aus Nordwesten über die Alpen, die einen zusätzlichen Staueffekt verursachte. Demzufolge fielen die Niederschläge am Alpennordhang im Schnitt höher als im Mittelland und im Jura. Druckverteilung und Frontenanalyse vom Donnerstag 17. Mai 2007 um 14 Uhr Lokalzeit sind in Bild 1 gezeigt.
Niederschlagssummen
Bild 2: Niederschlagssummen vom Mittwoch, 16. Mai 20 Uhr bis Freitag, 18. Mai 08 Uhr.
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Bilder 3 und 4: Flüelapass am Donnerstagmorgen (links) und Freitagmorgen (rechts), jeweils um 8 Uhr.
Die 24-stündigen Niederschlagssummen vom Donnerstag, abgeleitet aus Messungen der 3 Radarstationen La Dôle, Albis und Monte Lema bestätigen die oben genannten Grössenordnungen (Bild 5). Gleichzeitig wird deutlich, dass die intensiven Niederschläge sich nicht nur auf die klassischen Staugebiete am Alpennordhang konzentrierten, sondern mit den kräftigen nordwestlichen Höhenwinden bis in die südlichen Walliser Täler und sogar ins Nordtessin verfrachtet wurden. In der Region Mittelbünden werden die Niederschläge von den Radarstationen eher unterschätzt, da hier auf Grund der Abschattung durch vorliegende Gebirgsketten nur die oberen Schichten der Atmosphäre erfasst wird.
Bild 5: 24-stündige Niederschlagssummen vom Donnerstag, abgeleitet aus Radarmessungen.
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