Aktive Kaltfront
In der Nacht auf Dienstag, den 24. März 2009 meldete sich der Winter nochmals zurück, und zwar mit einer aktiven Kaltfront. Diese lag am Montagmittag noch vor der Nordseeküste (Abb. 1). Dabei fallen die teilweise starken Winde auf, die vor der Störung aus Südwest, dahinter aus Nordwest wehten.
Abb. 1: Wetterkarte vom Montag, 23.3.09 13 Uhr mit der Kaltfront vor der Nordseeküste
gross.gif, 105 KBGegen Mitternacht näherte sich diese - auch in den höheren Luftschichten sehr gut sichtbare - Frontalzone aus Nordwesten der Schweiz. Dabei steuerte die starke Höhenströmung (Abb. 2) das Störungssystem rasch von Nordwesten nach Südosten: Der Satelliten-, Modell- und Radarfilm (Spalte rechts) zeigen diesen Vorgang exemplarisch.
Abb. 2: Starkwindband mit Maximum knapp nördlich der Schweiz auf ca. 9000 m Höhe, am Dienstag, 24.3. 01 Uhr
gross.gif, 140 KBStarke bis stürmische Westwinde
Rascher Temperaturrückgang
Neben den starken bis stürmischen Winden waren mit Durchzug der Kaltfront auch ein rascher Temperaturrückgang und Druckanstieg sowie markante Niederschläge verbunden (Abb. 3): so sank die Temperatur in Zürich / Kloten innert 30 Minuten von 5 gegen 0 Grad und der Regen ging sofort in Schneefall über. Mit dem damit verbundenen Druckanstieg flaute der Wind recht schnell ab.
Der Temperaturrückgang ist auch auf den Radiosondierungen von Payerne gut ersichtlich (siehe Spalte rechts).
Abb. 3: Verlaufsgrafiken verschiedener Messwerte an der Station Zürich-Kloten während Kaltfrontdurchgang
gross.jpg, 280 KBNeuschneemengen
Am Dienstagmorgen konnte teilweise auch in den Niederungen der Deutschschweiz eine dünne Neuschneedecke beobachtet werden. In den Bergen nördlich des Alpenkamms und im Unterwallis fielen 15 bis 35 cm Neuschnee. Tagsüber dauerten die Schneefälle an, sodass bis Mittwochmorgen nochmals 15 bis 35 cm dazukamen. Der Hüttenwart der Claridenhütte (2453 m/M) meldete am Dienstagabend sogar 90 cm Neuschnee.
Neuschneehoehenkarte SLF.gif, 139 KB
Rückseitenwetter
Hinter der Kaltfront stellte sich tagsüber typisches Rückseitenwetter ein: in der hochreichenden Kaltluft entwickelten sich kräftige Schnee- oder Graupelschauer. Dazwischen gab es vor allem im Flachland auch sonnige Abschnitte.
Die Webcam in Frauenfeld hat diesen Vorgang schön festgehalten (Abb. 4).








