MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

02. März 2008 / Ludwig Zgraggen, Adrian Stolz

 

Sturmtief Emma (Samstag, 1. März 2008)

 

Allgemeine Wetterlage

Ein Sturmtief verlagerte sich auf den Samstag vom Nordmeer nach Finnland. Die Schweiz kam in eine starke Nordwestströmung zu liegen, welche auch in Bodennähe zu starken Winden führte. (Wetterkarte vgl. Abbildung 1). Im Laufe des frühen Morgens fiel der Druck recht stark. Er sank im östlichen Mittelland stärker als weiter westlich, wie in Abbildung 2 bei den Druckverläufen deutlich zu sehen ist. Dies hatte eine Verstärkung des Druckgradienten zur Folge. Um 7 Uhr UTC war der Druckfall abgeschlossen, in der Folge setzte aus Westen Druckanstieg ein, was den Wind zusätzlich beschleunigte. Damit können die heftigen Böen von zum Teil deutlich über 100 km/h in der Deutschschweiz erklärt werden. Die üblicherweise bei Weststürmen für die stärksten Sturmböen verantwortliche Kaltfront war eher schwach ausgeprägt und erreichte die betroffenen Gebiete erst einige Stunden später. Der von ihr ausgelöste Druckanstieg war nicht sehr ausgeprägt und löste daher keine heftigen Böen mehr als.

 

Wetterkarte vom 1. März 2008

Abbildung 1: Wetterkarte vom 1. März 2008 12 Uhr UTC

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Verlauf des Druckes und der Böenspitzen an einigen Stationen im Schweizer Mittelland

Abbildung 2: Verlauf des Druckes und der Böenspitzen am 1. März 2006 an einigen Stationen im Schweizer Mittelland

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Heftige Windböen am Juranordfuss und im östlichen Mittelland sowie in einigen nördlichen Alpentälern

In tieferen Lagen war das Flachland der Deutschschweiz am stärksten betroffen. Die höchste Windspitze lag dort mit 133 km/h bei der Station MeteoSchweiz am Zürichberg. Hohe Werte wurden auch in Basel mit 118 km/h, in Steckborn mit 113 km/h sowie in Kloten mit 107 km/h verzeichnet. Im übrigen lagen die Böenspitzen zwischen 70 und 90 km/h. Der Druckanstieg auf der Alpennordseite sorgte dafür, dass auch in den nördlichen Alpentälern hohe Windspitzen auftraten. So wurden in Altdorf 109 km/h und in Glarus 106 km/h gemessen. Die Windspitzen sind in Abbildung 3 dargestellt.

 

Windspitzen vom 1. März 2008

Abbildung 3: Höchste Windspitzen vom 1. März 2008 in km/h

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Im Deutschschweizer Flachland 5-jährliches Ereignis

Für das Flachland der Deutschschweiz entsprechen diese Werte etwa einem 5-jährlichen Ereignis. Die höchsten je gemessen Windböen traten bei den schweren Weststürmen Vivian vom 27. Feb. 1990 und Lothar vom 26. Dez. 1999 auf. Damals wurden bei der Station MeteoSchweiz am Zürichberg jeweils fast 160 km/h verzeichnet. In Basel liegt der Höchstwert bei 147 km/h und wurde beim Sturm Lothar gemessen.

 

Schaumkronen auf dem Walensee

Abbildung 4: Schaumkronen auf dem Walensee

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Keine Sturmwinde in der Westschweiz

Demgegenüber wurden aufgrund der nordwestlichen Anströmungsrichtung in der Westschweiz keine so starken Winde verspürt. Diese Gebiete lagen im Schutze des Juras. So erreichten die Windböen im Genferseegebiet nur 50 bis 70 km/h. In der Westschweiz treten hohe Windmaxima bei Stürmen aus West- bis Südwest auf, so zum Beispiel bei Lothar.

 

Stärkerer Sturm in den Berglagen

Einmal mehr stürmte es auf exponierten Hügeln und Gipfeln deutlich stärker. Der Höchstwert wurde mit 177 km/h auf dem Säntis erreicht. Respektable Werte gab es aber auch auf dem Corvatsch mit 175 km/h, auf dem Titlis mit 167 km/h und auf dem Hörnli im Zürcher Oberland mit 157 km/h. Ebenfalls mehr als 150 km/h wurden auf dem Üetliberg-Turm und auf dem Chasseral registriert.
Auch auf den Bergstationen waren die Sturmböen vom 1. März 2008 keine Rekordwerte. So wurde auf dem Säntis beim Sturm Lothar 230 km/h verzeichnet, dies ist mehr als 50 km/h stärker als das aktuelle Ereignis. Demgegenüber wurden auf dem Corvatsch seit 1981 – also seit Einführung einheitlicher Messmethoden – erst zweimal knapp höhere Windmaxima festgestellt, nämlich im Dezember 1986 mit 176 km/h und beim Sturm Vivian mit 181 km/h. Die höchste, je im offiziellen Messnetz in der Schweiz gemessene Windspitze wurde beim Sturm Vivian auf dem Grossen St. Bernhard mit 269 km/h registriert.

 

Vom Sturm umgeworfenes Bahnsignal in Berg TG. Quelle: Kapo Thurgau

Abbildung 5: Vom Sturm umgeknicktes Bahnsignal in Berg TG. Quelle: Kapo Thurgau

Der Sturm kippte in Sulgen TG diesen Anhänger. Quelle: Kapo Thurgau

Abbildung 6: Der Sturm kippte in Sulgen TG diesen Anhänger. Quelle: Kapo TG

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