5. März 2006 / Stefano Zanini, Urs Sutter, Daniel Gerstgrasser (Fotos)
Die Schneefälle, welche am Samstagmorgen früh einsetzten, blieben bis Sonntagfrüh sehr intensiv. Verantwortlich dafür war eine Luftmassengrenze, die während etwa 36 Stunden nahezu ortsfest über der Alpennordseite blieb. Sie markierte eine sehr scharfe Grenze zwischen der aus Nordosten bis zum Mittelland vorstossenden Kaltluft und der bis zur Westschweiz liegenden milderen Luft. Diese beiden Luftmassen lieferten sich dabei über der Schweiz einen richtigen Kampf. Am Samstagnachmittag blies der 6-8 Grad milde Südwestwind noch bis zum Neuenburgersee mit voller Kraft, während östlich von Bern eine deutlich kältere Bise blies. Gegen Samstagabend setzte sich dann die kältere Luft zunehmend auch im westlichen Mittelland sowie in den Alpentälern durch.
Bild 1: Bodenwetterkarte mit Fronten am 4. März 2006, 13 Uhr.
So fiel ein Teil der grossen Niederschläge in der westlichen Landeshälfte in Form von Regen, so dass dort die Schneemengen im Vergleich zur Nord- und Ostschweiz bescheiden blieben.
Bild 2: Niederschlagssummen an den automatischen Stationen von MeteoSchweiz zwischen Samstag 4. März 2006, 7 Uhr und Sonntag 5. März 2006, 7 Uhr.
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In einer Region von Basel bis Schaffhausen sowie in der ganzen Ostschweiz fiel hingegen der ganze Niederschlag in Form von Schnee, ab Samstagabend sogar bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
Zwischen Samstagmorgen 7 Uhr und Sonntagmorgen 7 Uhr kamen in diesen Regionen 45 bis 60 cm Neuschnee zusammen.
Bild 3: Neuschneesummen bzw. Gesamtschneehöhe der MeteoSchweiz Stationen (Klima, ANETZ) zwischen Samstag 4. März 2006, 7 Uhr und Sonntag 5. März 2006, 7 Uhr.
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Klimatologische Einordnung des Ereignisses
Die leicht über der Innenstadt liegende Messstelle von Zürich verzeichnete 54 cm Neuschnee. Dies ist der höchste 24-stündige Neuschneezuwachs seit Beginn der Messungen 1931. Auch die Gesamtschneehöhe von 55 cm wurde seit Messbeginn mit 58 lediglich zweimal am 11. März 1931 und am 5. Februar 1952 überboten.
In Basel fielen innert 24 Stunden 49 cm Schnee, was einem neuen Rekord seit Messbeginn 1931 gleichkommt. Bei einer Gesamtschneehöhe von 50 cm lag in Basel lediglich am 11. März 1931 noch mehr Schnee, nämlich 55 cm.
Ausserordentlich hohe Schneemengen wurden auch aus der ganzen Ostschweiz bis zum Bodensee und St. Gallen gemeldet. Die Messstelle von St. Gallen meldete am Sonntagmorgen eine Schneedicke von 65 cm. 60 davon fielen allein innert 24 Stunden, wodurch der bisherige 24-stündige Höchstwert von 40 cm vom 4. Februar 1941 deutlich übertroffen wurde.
Die sehr grossen Schneemassen verursachten nicht nur im Verkehr grosse Probleme. Da der Schnee bis zum Samstagabend zum Teil recht feucht und damit schwer war, blieb die ganze Schneeschicht auf den Bäumen, welche da und dort unter der Last umstürzten.
Klimahütte im Garten der MeteoSchweiz, Zürichberg. Samstag, 4.3.06, 13 Uhr, etwa 7 Stunden nach dem Einsetzen der Schneefälle
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Klimahütte im Garten der MeteoSchweiz, Zürichberg. Sonntag, 5.3.06, 13 Uhr nach dem Ende der Schneefälle
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Schneepegel mit der Gesamtschneehöhe im Garten der MeteoSchweiz, Zürichberg
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Impressionen aus dem winterlichen Zürich
Das vor allem für die städtischen Regionen sehr aussergewöhliche Wetterereignis, soll im Folgenden noch mit ein paar weiteren Bildern illustriert werden. Die Bilder sind im Laufe des Sonntagvormittages entstanden: