MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

31. Mai 2009 / Michael Kasper

 

Pfingstwetter 2009 (30. Mai -1. Juni)

 

Die diesjährigen Pfingsttage waren geprägt von regional sehr verschiedenen Wettertypen. Trotz einer Hochdruckwetterlage gab es die eine oder andere Überraschung. Verantwortlich dafür waren sogenannte Kaltlufttropfen. Wie unterschiedlich das Wetter innerhalb der Schweiz an den einzelnen Tagen war, soll nachfolgend aufgezeigt werden.

 

Allgemeine Wetterlage

Der Alpenraum lag im Einflussbereich eines kräftigen Hochs über Nordeuropa (Abbildung 1) und einem flachen Tief über dem westlichen Mittelmeer. Mit nordöstlichen Winden wurde in den bodennahen Schichten eher kühle und trockene Festlandluft herangeführt. Im Mittelland äusserte sich dies mit einer kräftigen Bise. In den oberen Luftschichten hingegen lag ein Kaltlufttropfen über Osteuropa und beeinflusste das Wetter im Alpenraum massgeblich.

 

Abbildung 1: Bodenwetterkarte vom Samstag, 30.5.09

Abbildung 1: Bodenwetterkarte vom Samstag, 30.5.09

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Was ist ein Kaltlufttropfen?

Ein Kaltlufttropfen ist die Bezeichnung für ein abgeschlossenes Höhentief mit einem Durchmesser von 500-1000 km und einem Kern aus sehr kalter Luft in der oberen Troposphäre (5-10km Höhe). Im Sommer ist dieses Gebiet meist mit starker Labilität und häufigen Schauern und Gewittern verbunden. Im Bodendruckfeld ist ein Kaltlufttropfen kaum oder nicht ersichtlich. Die Zugbahn von Kaltluftropfen ist meist unberechenbar und kann auch von hochaufgelösten Wettermodellen nur ungenau vorausberechnet werden.

Der nachfolgende Loop zeigt die Zugbahn des Pfingst-Kaltluftropfens auf einer Höhe von etwa 5700 m.ü.M.:

Download_Loop.gif, 595 KB

 

Pfingstsamstag, 30. Mai

Wie im obigen Loop erkennbar ist, zog im Laufe des Samstags ein Teil des Kaltlufttropfens über die Alpen nach Süden. Da über der Nordschweiz zuvor sehr trockene Luft in den unteren Schichten herangeführt wurde, fand Wolkenbildung erst weiter südlich statt. So war es von der Westschweiz über das Berner Oberland, das Wallis und später bis ins Tessin meist stark bewölkt. Wiederholt bildeten sich Regenschauer. Die Schneefallgrenze lag auf etwa 2200 Meter, womit die Berge mancherorts weiss angezuckert wurden (Abbildung 2). In der übrigen Schweiz herrschte hingegen herrliches Frühlingswetter mit einer sehr guten Fernsicht (Abbildung 3 und 4).

 

Abbildung 2: Neuschnee auf dem Torrent im Nordwallis

Abbildung 2: Neuschnee auf dem Torrent im Nordwallis

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Abbildung 3: Klare Luft bei Frauenfeld

Abbildung 3: Klare Luft bei Frauenfeld

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Abbildung 4: Herrliche Fernsicht im Oberengadin

Abbildung 4: Herrliche Fernsicht im Oberengadin

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Pfingstsonntag, 31. Mai

Am Sonntag folgte ein zweiter Kaltluftropfen. Dieser zog diesmal von Österreich her kommend nach Graubünden und weiter Richtung Nord-Tessin. Somit waren vor allem die östlichen Alpen und am Nachmittag das Tessin am meisten belastet (Abbildung 5). Im Mittelland wehte die Bise und verhinderte die Bildung von Regenschauern oder Gewittern. Die Temperaturen stiegen wie bereits am Freitag auf etwa 20 Grad.
Auf nachfolgendem Radarloop ist der Einfluss des Kaltlufttropfens gut nachvollziehbar:

Download_Radarloop.avi, 28.4 MB

 

Die Wirbelstruktur ist auch auf dem Satellitenloop vom Sonntag 10.15 Uhr bis 17.15 Uhr schön zu erkennen:

Download_Satellitenloop.avi, 6.9 MB

 

Abbildung 5: Schauer und Gewitter bei Lugano

Abbildung 5: Schauer und Gewitter bei Lugano

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Abbildung 6: Bise am Neuenburgersee bei Yverdon

Abbildung 6: Bise am Neuenburgersee bei Yverdon

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Pfingstmontag, 1. Juni

Der Montag war geprägt von typischem Tagesgangwetter: der Vormittag war vielerorts recht sonnig. Durch die Sonneneinstrahlung bildeten sich in der Folge vor allem über den Bergen grössere Quellwolken. Allerdings war die Luftmasse nur bis in eine Höhe von etwa 4000 Metern labil geschichtet, sodass sich nur einzelne schwache Schauer bilden konnten, dies insbesondere in der Nordwestschweiz (Abbildung 9) und am Alpennordhang. Im Mittelland blieb es mit der Bise wiederum meist trocken. Ebenfalls freundlicher als an den Vortagen war es im Tessin (Abbildung 7). Die Höchsttemperaturen betrugen in der Ostschweiz etwa 20 Grad, im Westen, Wallis und Tessin 22 bis 24 Grad.

 

Abbildung 7: Sonniger Morgen im Südtessin

Abbildung 7: Sonniger Morgen im Südtessin

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Abbildung 8: Quellwolken rund um den Pilatus

Abbildung 8: Quellwolken rund um den Pilatus

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Abbildung 9: Regenschauer in der Region Basel

Abbildung 9: Regenschauer in der Region Basel

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Wie war das Pfingstwetter in Europa?

Von Skandinavien über die Britischen Inseln bis nach Portugal sorgte ein Hoch für viel Sonne und angenehm warme Temperaturen. So meldeten beispielsweise die Wetterbeobachter am Montagnachmittag schönes Wetter in Stockholm bei 23 Grad, in London bei 22 Grad und in Paris bei 24 Grad. Heiss war es in Madrid bei 30 Grad. Tiefdruckbestimmt war es hingegen vom westlichen Mittelmeer über Italien, die Balkanstaaten bis nach Osteuropa. In Rom gewitterte es bei 19 Grad, Belgrad und Prag meldeten stark bewölkt bei 18 Grad.

 

Sonnenscheindauer Samstag

Höchsttemperaturen Samstag

Regenmengen Samstag

Höchsttemperaturen Sonntag

Regenmengen Sonntag

Höchsttemperaturen Montag

Sonnenscheindauer Montag

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