MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

12. Oktober 2008 / Daniel Gerstgrasser

 

Pünktlicher Altweibersommer

 

Am Abend vom Mittwoch, 8. Oktober und in der Nacht auf den 9. Oktober haben sich im Bereich einer Luftmassengrenze überraschenderweise teils kräftige Schauer und Gewitter entladen (vor allem im Zürcher Unterland). In der Folge hat aber eine Hochdruckzelle, welche langsam von Nordwestfrankreich über Deutschland bis nach Südosteuropa gezogen ist, für stabile Wetterverhältnisse gesorgt (s. Bild 1 bis Bild 4). Der Altweibersommer 2008 hat damit pünktlich Einzug gehalten (s. dazu auch letzter Abschnitt).

 

Bodenwetterkarte mit Fronten, Donnerstag, 9. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

Bild 1: Bodenwetterkarte mit Fronten, Donnerstag, 9. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

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Bodenwetterkarte mit Fronten, Freitag, 10. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

Bild 2: Bodenwetterkarte mit Fronten, Freitag, 10. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

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Bodenwetterkarte mit Fronten, Samstag, 11. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

Bild 3: Bodenwetterkarte mit Fronten, Samstag, 11. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

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Bodenwetterkarte mit Fronten, Sonntag, 12. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

Bild 4: Bodenwetterkarte mit Fronten, Sonntag, 12. Oktober 2008, 14 Uhr (12 UTC).

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Die oben erwähnte Luftmassengrenze hat am Donnerstag, 9. Oktober auf der Alpennordseite in den unteren Schichten viel Restfeuchte zurückgelassen. Diese äusserte sich in Form von hochnebelartiger Bewölkung, welche sich im Tagesverlauf in grössere Quellwolken umwandelte. In den Alpentälern und im Süden war die Luftmasse bedeutend trockener, sodass hier bereits die maximale Sonnenscheindauer erreicht wurde. 
 

Zunächst nur langsam sinkende Hochnebelobergrenze (Freitag)
In der Nacht auf Freitag, 10. Oktober bildete sich im Norden dann auf 2000 Metern allmählich eine Inversionsschicht aus, welche tagsüber dann auf etwa 1600 Meter abgesunken ist. Diese Inversion markierte gleichzeitig auch die Obergrenze des Hochnebels. Die Höhe der Obergrenze war aber von Region zu Region recht unterschiedlich. Dies vor allem deshalb, weil der Hochaufbau in der Nacht durch vorüberziehende Höhenkaltluft "gestört" wurde.

 

Hochnebelverteilung am Freitag, 10. Oktober 2008 um 9 Uhr (7 UTC)

Bild 5: Hochnebelverteilung am Freitag, 10. Oktober 2008 um 9 Uhr (7 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal. Das gesamte Flachland der Alpennordseite und viele Voralpentäler sind vom Hochnebel bedeckt.

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Hochnebelverteilung am Freitag, 10. Oktober 2008 um 13 Uhr (11 UTC)

Bild 6: Hochnebelverteilung am Freitag, 10. Oktober 2008 um 13 Uhr (11 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal. In der Nordwestschweiz ist die Auflösung bereits erfolgt und gegen Westen hin sind bereits einige Lücken erkennbar. In der Folge blieb der Hochnebel stellenweise aber zäh liegen.

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Kamerabilder vom La Dôle (1677 m) im Waadtländer Jura von 9 Uhr und 13 Uhr

Bild 7: Kamerabilder vom La Dôle (1677 m) im Waadtländer Jura von 9 Uhr und 13 Uhr. Am Morgen schwappt der Nebel zeitweise bis zur Höhe des Kamerastandorts.

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Da sich die Inversion im Tagesverlauf verstärkte, blieb das Nebelgrau stellenweise zäh liegen, so zum Beispiel in der Nordostschweiz. Die aufkommende schwache Bise war der Auflösung auch nicht gerade förderlich (s. Bild 5, 6, 7). Die Tageshöchstwerte stiegen im Mittelland auf 15-17 Grad, im Zentralwallis und auf der Alpensüdseite wurde die 20-Grad-Marke bereits überschritten.

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Obergrenze auf 800 bis 1100 Meter sinkend (Samstag)

In der Folge verstärkte sich in der Nacht auf Samstag, 11. Oktober der Hochdruckeinfluss und die Bise verschwand weitgehend. Die Nebel- und Hochnebelobergrenze pendelte sich auf 800 bis 1100 Metern ein. Damit beschränkte sich das Nebelgrau weitgehend auf das Mittelland und die nördlichen Teile der Zentralschweiz (Bild 8, 9, 10). Aufgrund der tiefen Obergrenze erfolgte die Auflösung relativ zügig. Die Tageshöchstwerte erreichten verbreitet 18 bis 20 Grad (in Basel 21.4 Grad), einzig im Seeland waren die Werte etwas tiefer. Auch in den erhöhten Lagen war es ausgesprochen mild, so wurden beispielsweise in Davos 16.5 Grad gemessen, die Nullgradgrenze kletterte auf 3900 Meter.

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Hochnebelverteilung am Samstag, 11. Oktober 2008 um 9 Uhr (7 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal.

Bild 8: Hochnebelverteilung am Samstag, 11. Oktober 2008 um 9 Uhr (7 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal. Weite Teile des Mittellandes und die nördlichen Regionen der Zentralschweiz liegen unter einer Nebel- oder Hochnebeldecke.

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Hochnebelverteilung am Samstag, 11. Oktober 2008 um 13 Uhr (11 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal.

Bild 9: Hochnebelverteilung am Samstag, 11. Oktober 2008 um 13 Uhr (11 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal. Vom Genfer- bis zum Bielersee sind noch restliche Nebelfelder erkennbar, diese haben sich in der Folge ebenfalls aufgelöst. In grosser Höhe sind dünne Schleierwolken aufgezogen, erkennbar an der leicht bläulichen Färbung.

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Kamerabilder vom Mt. Pèlerin (1080 m) nördlich von Vevey um 9 Uhr und 13 Uhr.

Bild 10: Kamerabilder vom Mt. Pèlerin (1080 m) nördlich von Vevey um 9 Uhr und 13 Uhr. Am Morgen sind nur wenige Hochnebelfelder erkennbar, am frühen Nachmittag eine Dunstschicht mit Obergrenze bei etwa 900 Metern.

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Nebelfelder und hohe Wolken (Sonntag)

Am Sonntagmorgen lag im Mittelland unterhalb von etwa 700 Metern wieder recht verbreitet Nebel, auch in der Region Basel war es überraschenderweise neblig. Zeitweise zogen dichtere hohe Wolkenfelder durch, dies vor allem im Wallis und auf der Alpennordseite (s. Bild 11, 12, 13). Die Wolkenfelder reduzierten die Sonneneinstrahlung zeitweise, dies sorgte stellenweise für eine verzögerte Auflösung des Nebels. In Yverdon verschwand er beispielsweise erst kurz nach 15 Uhr. Während im Mittelland die Höchstwerte im Vergleich zum Vortag etwas zurückblieben, wurden in den Alpentälern stellenweise noch etwas höhere Werte gemessen. Am wärmsten war es dabei mit 21.8 Grad in Chur. Am Flugplatz Samedan (1709 m) wurden 17.8 Grad gemessen, dies nachdem am frühen Morgen noch frostige -6 Grad registriert wurden.

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Hochnebelverteilung am Sonntag, 12. Oktober 2008 um 9 Uhr (7 UTC).

Bild 11: Hochnebelverteilung am Sonntag, 12. Oktober 2008 um 9 Uhr (7 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal. Aufgrund der hohen Wolkenfelder ist die Nebelverteilung vor allem in der westlichen Landeshälfte kaum erkennbar.

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Hochnebelverteilung am Sonntag, 12. Oktober 2008 um 13 Uhr (11 UTC).

Bild 12: Hochnebelverteilung am Sonntag, 12. Oktober 2008 um 13 Uhr (11 UTC). Meteosat 9, HRV-Kanal. Am Neuenburger- und Bodensee sind immer noch grössere Nebelfelder erkennbar. Ausgedehnte Schleierwolken (bläulich gefärbt) dämpfen die Sonneneinstrahlung.

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Kamerabilder Frauenfeld/TG (520 m) um 9 Uhr und 13 Uhr.

Bild 13: Kamerabilder Frauenfeld/TG (520 m) um 9 Uhr und 13 Uhr. Die Nebelschicht reicht bis etwas über 500 Meter, bereits am Vormittag sind viele Kondensstreifen am Himmel. Kurz nach Mittag haben sich die Schleierwolken verdichtet, letzte Nebelreste sind in Auflösung.

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Der zeitliche Verlauf der Nebel- und Hochnebelobergrenze anhand der Beobachtungen an den Stationen Säntis, Jungfraujoch und Feldberg ist hier zu finden (kein Wert in der Grafik bedeut, dass entweder kein Nebel/Hochnebel vorhanden war, oder dass keine Beobachtung erfolgte):

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Altweibersommer - ein typisches Phänomen von Mitte Oktober

Eine neue Untersuchung von MeteoSchweiz zeigt, dass der Altweibersommer eine markante Singularität im Oktober ist. In der gesamten betrachteten Periode von 1901 bis 2007 zeigen die Tage vom 12. bis zum 17. Oktober am häufigsten schönes Wetter. Unter den aktuellen Klimabedingungen (Jahre 1981 bis 2007) ist in der Periode vom 13. bis 28. Oktober eine markante Schönwetterphase erkennbar, allerdings mit einem Unterbruch zwischen dem 19. und 24. Oktober. Die gesamte Untersuchung zum Witterungsregelfall Altweibersommer ist hier zu finden.

 

Herbstimpressionen aus Graubünden

Das herrliche Wetter lockte viele Leute in die Bergwelt wo, wie die untenstehenden Bilder aus Graubünden veranschaulichen, die Farb- und Lichtstimmungen besonders gut genossen werden konnten. (Fotos: Michael Kasper).

 

Herbstfarben in Klosters, 12.10.08:

Herbstfarben in Klosters, 12.10.08:

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Chessigrat/Aelpelti (nordöstliches Prättigau), 12.10.08

Chessigrat/Aelpelti (nordöstliches Prättigau), 12.10.08

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Chessigrat/Aelpelti (nordöstliches Prättigau), 12.10.08

Chessigrat/Aelpelti (nordöstliches Prättigau), 12.10.08

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Herbstimpressionen Alp Palü, 11.10.08

Herbstimpressionen Alp Palü, 11.10.08

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