Die Variabilität von klimatologischen Messgrössen ist von Monat zu Monat und Jahr zu Jahr relativ gross. Zur Beschreibung der mittleren klimatologischen Verhältnisse einer Station werden Mittelwerte (Normwerte) der verschiedenen Parameter aus einer langjährigen Messperiode benötigt. Die Messperiode muss dabei einerseits lang genug sein, um eine repräsentative Häufigkeitsverteilung der Parameter zu erfassen. Andererseits steigt mit zunehmender Länge der Periode die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Mittelwerte infolge von langfristigen Klimavariationen immer weiter von den aktuellen Zuständen entfernen.
Gewährleistung von Vergleichen
Als Kompromiss aus diesen zwei Überlegungen und um die Normwerte national und international miteinander vergleichen zu können, wurden von der World Meteorological Organisation (WMO) 30-jährige Standardperioden zur Bestimmung von klimatologischen Normwerten festgelegt. Normwerte sollten aus vollständigen und homogenen Datenreihen der entsprechenden 30-jährigen Standardperioden (1901-1930, 1931-1960, 1961-1990) berechnet werden. Bei unvollständigen oder zu kurzen Reihen ist es aus Sicht der räumlichen Vergleichbarkeit sinnvoll, die Mittelwerte der vorhandenen Perioden auf die entsprechende Standardperiode zu reduzieren.
Regelmässige Anpassung bei Stationsveränderungen
Normwerte finden aber nicht nur bei der Beschreibung des Klimas einer Station oder beim Vergleich des Klimas verschiedener Stationen Verwendung, sondern dienen auch zur Beurteilung einzelner Perioden im Bezug auf ihre durchschnittlich zu erwartende Witterung. Aus diesem Grund müssen Normwerte mit den aktuellen Messwerten vergleichbar sein. Bei einer Veränderung der Messbedingungen an einer Station ist es deshalb nötig, die Normwerte der neuen Situation anzupassen.
