Das Klima der Schweiz wird stark durch den nahen Atlantik bestimmt. Mit den vorherrschenden Strömungen aus westlichen Richtungen gelangt vorwiegend feucht-milde Meeresluft in die Schweiz. Im Sommer wirkt sie kühlend, im Winter wärmend, und das ganze Jahr hindurch fällt in den meisten Gebieten genügend Niederschlag. Die Alpen wirken dabei als markante Klimaschranke zwischen der Nord- und der Südschweiz. Die hauptsächlich vom Mittelmeer her beeinflusste Südschweiz unterscheidet sich vom Norden vor allem durch deutlich mildere Winter.
Trockenes Klima im Innern der Alpen
Neben ihrer dominanten Wirkung als Klimaschranke zwischen Nord und Süd erzeugen die Alpen als kompliziertes Gebirge zusätzlich mehrere verschiedene Klimabereiche. Ein ausgeprägt eigenes Klima zeigen die inneralpinen Täler, da sie sowohl gegen die Niederschlagsaktivität aus Norden als auch aus Süden abgeschirmt sind. Die Folge sind trockene Bedingungen. Ganz typische Vertreter sind hier das Wallis in der Südwestschweiz und das Engadin in der Südostschweiz. Während entlang der nördlichen Voralpen und in den Alpen sowie in der Südschweiz die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei ungefähr 2000 mm/Jahr liegt, beträgt sie im Wallis regional zwischen 500 und 600 mm/Jahr, im Engadin regional zwischen 600 und 700 mm/Jahr. Im Flachland nördlich der Alpen beträgt die Menge etwa 1000 bis 1500 mm/Jahr. Die Niederschlagsmengen sind im Sommer mit Ausnahme des Wallis ungefähr doppelt so hoch wie im Winter.
Winterschnee
Ab einer Höhenlage von 1200 bis 1500 m. ü.M. fällt der Niederschlag im Winter vorwiegend als Schnee, so dass hier oft eine monatelang geschlossene Schneedecke vorhanden ist. Vergleichsweise selten schneit es in den Tieflagen der Westschweiz (Region Genf) und der Nordschweiz (Region Basel) sowie im Flachland ganz im Süden der Schweiz. Hier sind Winter ohne Schneedecke keine Seltenheit.
Die Temperaturen - von arktisch bis mediterran
Die Temperaturen in der Schweiz sind primär abhängig von der Höhenlage. Im nördlichen Flachland liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund 1 °C, im Juli bei rund 17 °C. Im Flachland der Südseite liegen die entsprechenden Durchschnittstemperaturen 2–3° höher. In Höhenlagen von rund 1500 m ü.M. liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund -5 °C, im Juli bei rund 11 °C. Der durchschnittlich wärmste Ort der Schweiz mit einer verfügbaren Messreihe ist Locarno-Monti in der Südschweiz mit einem Jahresmittel von 11.5 °C, der durchschnittlich kälteste Ort das Jungfraujoch auf 3580 m ü.M. mit einem Jahresmittel von −7.5 °C. Auf den bisher absolut höchsten gemessenen Wert von +41.5 °C stieg die Temperatur am 11. August 2003 in Grono in der Südschweiz, auf den absolut tiefsten Wert von −41.8 °C sank sie am 12. Januar 1987 in La Brévine im Jura.
Der Föhn als spezielles Klimaelement
Eine ganz spezifische Eigenheit des Schweizer Klimas ist der bekannte Föhn. Dieser alpenquerende Wind erzeugt auf der jeweiligen Leeseite ausgeprägt milde und trockene Bedingungen. Vor allem der von Süden nach Norden wehende Südföhn ist im Norden oft mit hohen Windgeschwindigkeiten, im Süden hingegen oft mit intensiven Niederschlägen verbunden. Der Föhn ist vor allem vom Herbst bis zum Frühling aktiv.
