MeteoSchweiz

Anleitung zur Interpretation der Diagramme des Wochenklimaausblicks

Am Beispiel einer vergangenen Temperaturprognose möchten wir illustrieren, wie die Vorhersagegraphiken zu interpretieren sind. Betrachten Sie hierfür die Prognose für die Woche vom Montag, 23.11. bis Sonntag, 29.11.2009, welche am Donnerstag, 12.11.2009 berechnet wurde.

 

Prognose des Temperaturmittels für die übernächste Woche

Die Höhe der farbigen Säulen gibt an, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Mitteltemperatur der Vorhersagewoche (also das 7-Tages-Mittel) kälter als normal (blau), normal (grün), oder wärmer als normal ist (rot). In obigem Beispiel stehen demnach die Chancen auf eine kalte Woche recht schlecht (Wahrscheinlichkeit lediglich 2%). Auch eine Woche mit Temperaturen im Mittelbereich ist mit etwa 20% eher unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher (fast 80%) wird die vorhergesagte Woche vergleichsweise warm für die Jahreszeit sein.

Aber was meinen wir eigentlich genau mit einer "warmen", "normalen" bzw. "kühlen" Woche? Diese drei Kategorien sind immer relativ zur langjährigen Klimatologie zu verstehen. Sie sind so gewählt, dass jede dieser Kategorien - über die vergangenen 18 Jahre betrachtet –gleich häufig aufgetreten ist, klimatologisch also gleich wahrscheinlich ist (je 33.3%). Dies ist durch die grauen Querbalken angezeigt.

Welche Mitteltemperatur eine Woche nun konkret haben muss, um als "warm", "normal" oder "kalt" bezeichnet zu werden, hängt natürlich stark von der Jahreszeit ab und muss individuell für jede Vorhersagewoche neu berechnet werden. Für das obige Beispiel, also für Ende November, würde man eine Woche als warm bezeichnen, wenn ihre Mitteltemperatur 4.5°C überschreitet. Von einer "normalen" Woche würde man sprechen, wenn die Mitteltemperatur zwischen 2 und 4.5°C liegt, und die Woche wäre vergleichsweise kalt, wenn ihre Mitteltemperatur unter 2°C liegt. In der Vorhersagegraphik sind diese Zahlenwerte jeweils auf der unteren Achse dargestellt. Beim "Nord- und Ostschweizer Mittelland" beziehen sich die Zahlenwerte auf das Mittel der Stationen Basel, Bern und Zürich, bei "Suisse romande" beziehen sie sich auf die Station Genf, und bei "Sud delle Alpi" auf die Station Lugano.
In diesem konkreten Beispiel war die Vorhersage übrigens ein Treffer: Der im Nachhinein beobachtete Wert lag mit 8.0°C klar in der oberen Kategorie, also in derjenigen Kategorie, welche als die wahrscheinlichste erachtet worden war.

Die Interpretation der Niederschlagsprognosen verläuft völlig analog zu den Temperaturprognosen: Es werden wiederum drei klimatologisch gleich wahrscheinliche Kategorien betrachtet ("trocken", "normal", "feucht"), welche nun aber über die wöchentliche Niederschlagssumme definiert sind.

In jedem Fall muss beachtet werden, dass Langfristprognosen naturgemäss mit einer hohen Unsicherheit behaftet sind. So kann es immer wieder vorkommen, dass unvorhersagbare, chaotische Wetterentwicklungen den vorhergesagten Trend überlagern. Die schwarzen Fehlerbalken auf jeder Säule geben die Vorhersageunsicherheit an. Generell empfehlen wir deshalb, Langfristprognosen mit der entsprechenden Vorsicht zu verwenden.

Mehr Informationen zum technischen Hintergrund von Langfristprognosen

Technischer Hintergrund 

 

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