Warmer trockener, meist heftiger Fallwind, der auf der Alpennordseite auftritt. Kommt auch an der Alpensüdseite als sogenannte "Nordföhn" vor, wenn von Norden oder Nordwesten her Kaltluftmassen die Alpen überqueren.
Die hohe Temperatur und die Trockenheit des Föhns entsteht dadurch, daß warme feuchte Luft an der Alpensüdseite zum feuchtadiabatischen (Temperaturabnahme um 0,6°C/100m) Aufsteigen gezwungen wird und dabei ein Teil des Wassers ausregnet (Stauniederschläge), sodaß beim anschliessenden trockenadiabatischen Absteigen (Temperaturzunahme um 1°C/100m) die Luft in gleicher Höhe wärmer und trockener ankommt.
Föhnlagen treten häufig im Winterhalbjahr auf. Bezeichnend dabei ist die außergewöhnliche Fernsicht in der extrem trockenen Luft. Der Föhn ist ein Schlechtwettervorzeichen (Südwestströmung vor Annäherung einer Front aus Westen). Die Staubewölkung an der Luvseite greift als mächtige Wolkenwand etwas über den Gebirgskamm und kann als "Föhnmauer" von der Leeseite aus beobachtet werden. Der wolkenfreie Raum im Lee ist im Satellitenbild deutlich als "Föhnfenster" erkennbar, nur linsenförmige Wolken (Leewellen) treten auf. Föhnwinde treten auch bei anderen Gebirgen auf, z.B. der Chinook in den Rocky Mountains.
Locarno-Monti, 3. Februar 2011, morgens. Während einer Nordwindlage sind diese mehrschichtigen Föhnlinsen entstanden ("Altocumulus lenticularis duplicatus"). Dank der tief stehenden (und noch nicht aufgegangenen) Morgensonne werden die filigranen Wolkenstrukturen schön beleuchtet. Foto: Stefano Zanini / MeteoSchweiz, Locarno
Föhn, Teil einer Vorlesung an der Universität Zürich.pdf, 330 KB
Jahreszeitliche Unterschiede.pdf, 32 KB
Föhn, Föhntage Altdorf.pdf, 39 KB